Personalabbau

Bei Karstadt soll zwanzig Prozent der Belegschaft gehen

Die rund 17.000 Karstadt-Mitarbeiter müssen sich auf massive Einschnitte gefasst machen.

Das Unternehmen habe bei dem angestrebten Personalabbau einen Anteil von 20 Prozent genannt, sagte Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt am Montag: „Das ist die Größenordnung, auf die wir uns einstellen müssen.“

Bei den in den kommenden Tagen anstehenden Verhandlungen sei es jedoch das Ziel der Arbeitnehmervertreter, von dieser Größenordnung herunterzukommen. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor über die geplante Streichung von mindestens 2000 Stellen bei Karstadt berichtet. Besonders betroffen sei unter anderem die Essener Konzernzentrale. In diese Zahl seien mögliche Jobverluste durch die Schließung von Filialen noch nicht eingerechnet, schrieb das Blatt. In Berlin beschäftigt die Warenhauskette 1700 Mitarbeiter.

Am vergangenen Donnerstag hatte der Aufsichtsrat von Karstadt die Weichen für einen strikten Sparkurs gestellt. Über Einzelheiten der geplanten Kürzungen soll in den kommenden Wochen verhandelt werden. Die nächste Sitzung des Karstadt-Kontrollgremiums ist für den 23. Oktober geplant. Das Unternehmen war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ein Sprecher der österreichischen Signa-Holding des neuen Karstadt-Eigentümers René Benko lehnte einen Kommentar ab.

Eine Verdi-Sprecherin warf der Karstadt-Führung jahrelanges Missmanagement vor. Bevor jetzt Verhandlungen über mögliche Filialschließungen beginnen könnten, fordere Verdi erst einmal ein überzeugendes wirtschaftliches Gesamtkonzept für die Warenhauskette. Dazu gehöre mehr regionale Eigenständigkeit für die Filialen.

Die verschiedenen Standorte müssten sich dazu unter anderem mit ihrem Sortiment besser auf ihre teils sehr unterschiedlichen Kunden und das Marktumfeld – also die Konkurrenz am Ort – einstellen. „Insgesamt sind wir überzeugt: Es gibt einen Markt für Karstadt als Warenhaus – ohne Zerlegung in Shop-in-Shop-Angebote“, sagte die Sprecherin.