Unternehmertag

Wowereit warnt vor Stillstand in der Stadt

Es gab Zeiten, da ging Klaus Wowereit die Unternehmer der Region hart an.

Der Regierende Bürgermeister warf bei früheren Unternehmertagen den Firmenchefs ihr Gewinnstreben und Eigennutz vor. Davon ist im letzten Jahr seiner Regierungszeit keine Rede mehr. Die Wirtschaft hat ihren Frieden gemacht mit Wowereit, der am Montag im Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz schon zum 7. Mal als Schirmherr des Unternehmertages der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) fungierte.

UBB-Präsident Udo Niehage, Statthalter von Siemens in Berlin, dankte Wowereit für dessen Einsatz für den Wirtschaftsstandort: „Berlin ist heute eine Stadt, die für Internationalität, Offenheit und Kreativität steht. Daran hat Klaus Wowereit einen entscheidenden Anteil“, sagte Niehage vor 500 Gästen. Berlin habe die Trendwende geschafft von „arm aber sexy“ hin zu einer dynamischen Metropole.

Niehage forderte mehr Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und die Bildung. Er lobte den geplanten Investitionsfonds, der vorsieht, Haushaltsüberschüsse je zur Hälfte zu investieren und Schulden zu tilgen. Zugleich warnte der UVB-Präsident vor dem teuren Rückkauf der Versorgungsnetze für Strom und Gas. „Das Geld kann besser investiert werden.“

Wowereit dankte allen, die in der Region Arbeitsplätze geschaffen haben. Er mahnte die Unternehmer, mehr auszubilden. Der Sozialdemokrat warnte davor, dass sich einige in Berlin unter den verbesserten wirtschaftlichen Verhältnissen einrichten wollten und Veränderungen scheuten. Diese Haltung sei Gift für Berlin. Er warnte seine Nachfolger, sich aus Opportunismus nicht mit Bürgerinitiativen gegen Bauprojekte auseinanderzusetzen. An die Wirtschaft appellierte Wowereit „stärker die Schnauze aufzumachen“, um für die Zukunft der Stadt zu kämpfen.