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Axel Springer: Guiseppe Vita bleibt Chef des Aufsichtsrats ++ Karstadt: Gewerkschaft Verdi kämpft gegen Schließungen ++ ADAC: Autoclub gibt eigene Werkstätten auf ++ Infinus-Skandal: Razzia bei Versicherungen Ergo und Gothaer

Guiseppe Vita bleibt Chef des Aufsichtsrats

Beim Berliner Medienkonzern Axel Springer gibt es vorerst keinen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats. Eine Konzernsprecherin widersprach einem Bericht, wonach der ehemalige Linde-Chef Wolfgang Reitzle den langjährigen Springer-Chefkontrolleur Guiseppe Vita ablösen solle. Vita sei für fünf Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender gewählt und „beabsichtigt, die volle Amtszeit zu erfüllen“. Das Medienportal newsroom.de hatte zuvor berichtet, Reitzle stehe als Nachfolger fest. Unklar sei allerdings der Zeitpunkt. Vita war lange Jahre Chef des Berliner Pharmakonzerns Schering und ist seit 2002 Aufsichtsratschef bei Springer ein. Reitzle war erst im April 2014 in den Aufsichtsrat gewählt worden.

Gewerkschaft Verdi kämpft gegen Schließungen

Im Kampf gegen die Krise bei Karstadt hat Verdi Widerstand gegen Einschnitte angekündigt. „Wir werden weitere Entlassungen oder mögliche Häuserschließungen nicht einfach hinnehmen“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. 17.000 Beschäftigte der Kaufhauskette bangen um ihre Jobs, in Berlin sind es 1700 Menschen. „Statt Arbeitsplätze bei Karstadt zu vernichten, muss es darum gehen, die Umsätze zu steigern“, sagte Nutzenberger, die im Karstadt-Aufsichtsrat sitzt. Der Aufsichtsrat hatte zuvor die Weichen für einen harten Sanierungskurs gestellt. Bis zu 30 der 83 Häuser sollen von Schließung bedroht sein, 4000 Mitarbeiter wären betroffen.

Autoclub gibt eigene Werkstätten auf

Der ADAC zieht weitere Konsequenzen aus dem Skandal um Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“. Ab Oktober soll es keine Werkstattbetriebe mehr mit dem Logo „ADAC Werkstatt“ geben. „Präsidium und Verwaltungsrat des ADAC haben entschieden, künftig keine unternehmerischen Aktivitäten im Bereich Werkstätten mehr zu verfolgen“, teilte der Autoclub am Freitag mit. Seinen Werkstatttest, auf den er zuletzt wegen möglicher Interessenkonflikte verzichtet hatte, will der ADAC dagegen wieder fortsetzen. Seit 1970 testet der Club Auto-Werkstätten und werkstattnahe Dienstleistungen. Derzeit gibt es neun ADAC Werkstätten.

Razzia bei Versicherungen Ergo und Gothaer

Im Zuge der Betrugsvorwürfe gegen den Finanzdienstleister Infinus hat die Polizei die Konzernzentralen von Ergo und Gothaer durchsucht. Bei Ergo hätten die Ermittler Beweismaterial gesichert, berichtete das Handelsblatt. Ergo bestätigte die Razzia. „Sie wollten von uns Informationen für Ihre Ermittlungen gegen Dritte.“ Die Ermittlungen richteten sich nicht gegen Mitarbeiter von Ergo. Die Staatsanwaltschaft wirft Infinus vor, Anleger mit einem Provisionskarussell betrogen zu haben. Das „Handelsblatt“ hatte im April berichtet, Ergo habe trotz Warnungen Millionengeschäfte mit Infinus betrieben. Ergo gehört zur Münchner Rück, die Ergo in der Sache bereits kritisierte.