Verbraucherschutz

Wer den Schaden hat

Für fast alles gibt es Onlineportale. Doch wie gut ist man abgesichert, wenn etwas passiert?

Diese Chauffeure stellen gerade einiges auf den Kopf im Land: die Uber-Fahrer. Private Autobesitzer, die nach Vermittlung durch Uber andere Leute durch die Stadt kutschieren – in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf. Vergangene Woche untersagte das Frankfurter Landgericht zwar Uber-Fahrten ohne behördliche Zulassung bundesweit, auf Betreiben der Taxi Deutschland Servicegesellschaft. Doch Uber legte Widerspruch ein und machte einfach weiter.

Überall bringen neue Dienstleistungen alteingesessene Geschäftsmodelle ins Wanken. „Viele der neuen Modelle der Sharing-Ökonomie bieten Vorteile für Verbraucher“, sagt Otmar Lell, Mobilitätsexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. „Deshalb sollte man die Angebote auch nicht totregulieren, sondern ein gesundes Mittelmaß finden.“ Auch Ebay sei eine revolutionäre Plattform-Idee gewesen und habe mittlerweile fein justierte Regeln für seine Nutzer. Man muss die Regeln und ihre Lücken nur genau kennen.

Ferienwohnungen Vor allem Airbnb hat sich etabliert. Nutzer finden in weltweit mehr als 35.000 Städten eine Unterkunft. Airbnb finanziert sich über eine Servicegebühr, die Gastgeber (drei Prozent) und Gast (sechs bis zwölf Prozent) zahlen. Doch das Unternehmen geriet im Zuge steigender Mieten in die Diskussion über die Verwendung von Wohnraum. Darf man eine normale Wohnung in der Stadt dauerhaft als Ferienapartment vermieten? Reglementierungen gibt es bereits in Hamburg und Berlin. Innerhalb des Mietverhältnisses dagegen hat Airbnb klare Regeln geschaffen. Kommt es zu einem Schaden in der Wohnung, gilt eine „Gastgeber-Garantie“, die bis zu 700.000 Euro Schadenssumme abdeckt. Diese ersetzt allerdings nicht die Haftpflicht- und Hausratversicherung des Vermieters. Sammlerstücke, Kunstwerke und Schmuck sollten vor der Vermietung gesichert werden, empfiehlt das Portal.

Raumpfleger Onlinedienste wie Helpling, Book a Tiger, CleanAgents oder Homejoy vermitteln Reinigungskräfte. Zwischen 12 und 15 Euro kostet es, Haus, Wohnung oder Büro eine Stunde säubern zu lassen. Die Haushaltshilfen sind bei den Onlineanbietern nicht angestellt, benötigen allerdings Gewerbeschein und Steuernummer. Um Schwarzarbeit muss man sich also keine Gedanken machen. Im Gegenteil: Helpling könnte, wenn es zu einem Massenprodukt werden sollte, Zehntausende von Haushaltshilfen in ein legales Arbeitsverhältnis führen. Wer kommt aber dafür auf, falls die Putzkraft mit dem Staubwedel eine Vase vom Tisch fegt? Selbst wenn es sich dabei um ein teures Sammlerstück handelt, kann sich der Besitzer den Wert ersetzen lassen: Die Versicherungen von Bookatiger und Helpling übernehmen Schäden in Höhe von bis zu drei Millionen Euro – bei Homejoy ist man gegen Diebstahl und Sachbeschädigung sogar mit 3,5 Millionen Euro geschützt.

Parkplätze In Großstädten sind freie Flächen bares Geld wert: Wer mit dem Auto zur Arbeit pendelt oder mit der Familienkutsche über das Wochenende verreist, kann währenddessen seinen Parkplatz an andere Fahrzeughalter vermieten. Möglich machen es Onlinedienste für Parkplatz-Sharing wie Park Place, ParkingList oder Unser-Parkplatz. Deutschlandweit vermitteln die Plattformen gerade einmal ein paar Hundert private Stellplätze. Welche Rechte hat der Anbieter der freien Fläche aber, wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt und die Garagenzufahrt noch immer blockiert ist? Bei Parkinglist ist „der Fahrer für jede nicht autorisierte Überschreitung zur Zahlung von zehn Euro zuzüglich fünf Euro pro angebrochener Stunde verpflichtet“. Wenn der Parkplatz auch nach zwei Stunden nicht geräumt ist, kann man das Fahrzeug abschleppen lassen.

Fahrdienste Schon seit geraumer Zeit bietet WunderCar Mitfahrgelegenheiten in der Stadt an. Der Fahrer bekommt vom Vermittler keine Bezahlung, sondern muss auf Trinkgeld der Mitfahrer hoffen. Uber hingegen bezahlt seine Fahrer, kontrolliert und versichert sie. Während sich Fahrgäste keine Gedanken über unklare Regeln machen müssen, bewegen sich Uber-Fahrer in einer rechtlichen Grauzone. Viele dürften bei ihrer Autohaftpflichtversicherung bei der Art der Pkw-Nutzung „überwiegend privat“ angekreuzt haben. Kommt bei einem Unfall heraus, dass sie im Dienste Ubers unterwegs waren, könnte die eigene Versicherung den Schadensausgleich verweigern. Uber stockte kürzlich aber den Versicherungsschutz für Fahrer in Deutschland eigenen Angaben zufolge auf. Jetzt gebe es 3,7 Millionen Euro Deckungssumme.

Fremdessen Wer keine Lust mehr auf das China-Restaurant um die Ecke hat, kann sich bei Bookalokal, Traveling Spoon, Eatfeastly oder EatWith zum Essen einladen lassen. Die Onlinedienste vermitteln gegen Gebühr Hobbyköche, bei denen man sich für kleines Geld zum Dinner einladen kann. In deutschen Großstädten gibt es immerhin schon ein paar Anbieter. Doch was passiert im schlimmsten Fall einer Lebensmittelvergiftung? EatWith hat für seine Köche eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, die für Schäden bis zu einer Summe von einer Million Dollar aufkommt. Doch in Deutschland greift die Versicherung nicht.