Unternehmen

Scarosso soll zur internationalen Modemarke werden

Der Berliner Online-Schuhhändler Scarosso will sein Auslandsgeschäft ausbauen. Das Unternehmen hat dazu von Investoren eine Kapitalspritze von elf Millionen Dollar erhalten.

Zu den Geldgebern gehören die britischen Wagnisfinanzierer NEO Investment Partners und DN Capital sowie die Investitionsbank Berlin (IBB). „Wir sind hocherfreut, an Bord zu kommen und mit dem Scarosso-Team am weiteren Wachstum der Marke zu arbeiten“, sagte Sara Ferrero, Partner bei NEO Investment Partners. DN Capital, die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft Perikles sowie die IBB hatten zuvor bereits im vergangenen Jahr knapp zwei Millionen Euro in Scarosso investiert.

Das ursprünglich 2010 in Mailand gegründete Unternehmen verkauft online in Italien handgefertigte Schuhe – ohne den klassischen Zwischenhandel. Auch Maßanfertigungen werden angeboten. Das Unternehmen ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Schweden aktiv. Darüber hinaus betreibt Scarosso Showrooms in Berlin, Hamburg, München und Wien. Anfangs konzentrierten sich die Gründer Moritz Offeney und Marco Reiter auf Herrenschuhe, seit einem Jahr können auch Frauen einkaufen. Männer machen aber noch den Großteil der Kundschaft aus.

Nach eigenen Angaben ist der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr um 300 Prozent gewachsen, mit anhaltender Tendenz. Finanzielle Details sind allerdings nicht bekannt. „Scarosso hat bewiesen, dass Luxusqualität erschwinglich sein kann, wenn man die gesamte Wertschöpfungskette vom Design über die Produktion bis hin zum Verkauf in einem Unternehmen abbildet. Ich sehe enormes Potenzial in dem Modell, aus Berlin heraus eine international führende Modemarke aufzubauen“, sagte Mischa Wetzel von der IBB. Die Beteiligungstochter der Investitionsbank verwaltet zwei Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 80 Millionen Euro, aus denen unter anderem Internet-Gründungen mitfinanziert werden.

Scarosso beschäftigt direkt 60 Mitarbeiter, die meisten davon in Berlin. Die Schuhe werden in italienischen Manufakturen genäht.