Verbraucher

Onlineshopping: In jedem fünften Paket steckt Kleidung

Auch Bücher und Elektronik werden öfter im Netz bestellt, wie eine Studie zeigt

Mehr als 2,1 Milliarden Pakete wurden vergangenes Jahr in Deutschland verschickt, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Aber was steckt in den Kartons? Für gut die Hälfte der Paketsendungen ist das jetzt aufgedeckt: 1,1 Milliarden Sendungen gingen von Onlinehändlern und anderen Versendern an Privathaushalte, diesen Bereich hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel jetzt in einer Studie untersucht. Erhoben wurden die Daten von der Hamburger Beratungsfirma MRU, die 40.000 Privatpersonen zu ihrem Einkaufsverhalten im Internet befragt hat.

Herausgekommen ist diese Hitliste der begehrtesten Einkäufe: In jedem fünften Paketkarton liegt Bekleidung, mit 21 Prozent ist dies die am häufigsten im Online- und Versandhandel gekaufte Ware, 246 Millionen Pakete waren mit Jeans, T-Shirts und Pullovern gefüllt. Auch am Umsatz gemessen ist Kleidung die stärkste Warengruppe für die Händler. Im Vergleich zur Studie des Vorjahres haben Textilien sogar noch einmal leicht zugenommen.

Danach folgen mit 18 Prozent Elektronikartikel sowie Bücher (17 Prozent), die gegenüber dem Vorjahr deutlich zugelegt haben, als gefragte Online- und Versandpakete. Haushaltswaren kommen auf fünf Prozent, Schuhe rangieren wie Kosmetik knapp dahinter. Haushaltsgeräte sind einer der Verlierer im Jahresvergleich. Doch der Aufsteiger schlechthin sind Möbel: Bereits zwei Prozent der Sendungen sind Möbelstücke – selbst wenn dies das sogenannte „Zwei-Mann-Handling“ betrifft und im Lkw vor die Tür fährt, wird es als Onlinehandel samt Versandpaket gezählt. „In der Warengruppe Möbel haben sich sowohl das Kundenverhalten als auch das Anbieterverhalten verändert“, heißt es in der Studie.

Regional gibt es im Kaufverhalten große Unterschiede. Während sich etwa bei Haus- und Heimtextilien die Bestellungen recht gleichmäßig über Deutschland verteilen, ist dies bei Bekleidung und Computerzubehör ganz anders. So liegt der Anteil in Köln und Umgebung unter dem Bundesdurchschnitt. Das Alpenvorland rangiert dagegen um zwei Prozentpunkte deutlich über dem Durchschnitt. Die Macher der Studie nennen Gründe wie die „Verfügbarkeit der Angebote oder die Bequemlichkeit“ für diese Abweichungen.

Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel ist der „Interaktive Handel“, gemeint sind der Online- sowie der Versandhandel, im Jahr 2013 auf 48,3 Milliarden Euro Umsatz gestiegen – das entspricht einem Plus von hohen 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit damals 39,3 Milliarden Euro. Die Angabe betrifft ausschließlich Waren, in der Zahl sind keine digitalen Güter wie Reisebuchungen oder Downloads enthalten. Was besonders auffällt: Der Anteil der Bestellungen mit mobilen Geräten hat sich auf rund zehn Prozent innerhalb eines Jahres verdoppelt.

Für die Paketdienste bedeutet der Boom der Onlinebestellungen eine Verschiebung in ihrem Geschäft: Von den Paketen im Jahr 2013 gingen 52 Prozent und damit erstmals die Mehrzahl von Geschäftskunden an Privatkunden. Dahinter steht ein Wachstum der Paketmenge um hohe elf Prozent. Dagegen fiel der Versand zwischen Geschäftsadressen – vom Telekom-Lager zum Telekom-Shop, vom Logistikzentrum zu den Läden in den Einkaufszentren – leicht auf knapp 800 Millionen Pakete zurück. In Zukunft werden sich die Paketzusteller einiges einfallen lassen müssen, wie sie die steigende Menge der Privatpakete bewältigen und möglichst beim ersten Stopp an der Haustür dem Besteller übergeben können. Hier hat das Möbelhaus Ikea vorgelegt: In Hamburg werden Sendungen bis zu 250 Kilogramm Gewicht von einem Fahrradkurier gebracht.