Immobilien

Bauboom in Deutschland hält unvermindert an

Der Bauboom in Deutschland setzt sich ungebremst fort. Vor allem der Bau von Mietwohnungen legte deutlich zu.

Im ersten Halbjahr 2014 genehmigten die Behörden den Neubau oder Umbau von 136.800 Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 9,6 Prozent oder knapp 12.000 mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Ein Grund dürfte das historisch niedrige Zinsniveau sein. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins im Euroraum auf inzwischen 0,15 Prozent gesenkt, das hat auch das Baugeld extrem verbilligt. Ein zehnjähriges Hypothekendarlehen ist bei einigen Instituten schon für unter zwei Prozent Zinsen zu haben. Der Durchschnitt von 152 Instituten liegt laut Biallo-Index bei 2,09 Prozent.

In Wohngebäuden wurden im ersten Halbjahr gut 118.700 Neubauwohnungen genehmigt und damit 7,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Darunter waren vor allem Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (plus 12,8 Prozent). Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser (minus 1,0 Prozent) und Zweifamilienhäuser (minus 0,4 Prozent) ging dagegen leicht zurück. Stark gestiegen ist die Nachfrage nach Eigentumswohnungen, hier erhöhte sich die Zahl der Genehmigungen binnen Jahresfrist um 14,3 Prozent auf fast genau 33.000. Im Mietwohnungsbau wurden mit 26.121 Wohneinheiten insgesamt elf Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im 1. Halbjahr 2013.

Die Immobilienpreise sind im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent gestiegen. Den stärksten Preisanstieg gab es bei Mehrfamilienhäusern und Büroimmobilien. Ein- und Zweifamilienhäuser wurden 2,6 Prozent teurer. Verhaltener war der Anstieg der Preise für Eigentumswohnungen, die um 2,2 Prozent zugelegt haben.