Börse

Verunsicherte Anleger: Dax sackt kurzzeitig unter 9000 Punkte

Der Absturz an den Börsen hat sich am Freitag verschärft.

Der Dax sackte nach der Eröffnung der Börse am Freitag auf 8903 Punkte, bei Börsenschluss notierte er dann bei 9009 Punkten. Zugleich flohen Anleger in deutsche Staatsanleihen. Deren Renditen erreichten in der Folge ein Allzeittief. „Das Motto dieser Tage heißt, raus aus allem was mit Aktien zu tun hat, rein in Sicherheit“, so ein Händler. Dabei hatte der Dax erst im Juli einen neuen Rekord bei 10.029 Zählern erreicht. Seither hat er über zehn Prozent verloren. Allein in den vergangenen acht Handelstagen ging es über 600 Punkte nach unten. Einzelne Aktien, wie von Adidas und Lufthansa, verloren mehr als ein Fünftel.

So wie die Aktienkurse fielen, so stiegen jene deutscher Anleihen, was dazu führte, dass deren Verzinsung seit Tagen immer neue Rekordtiefs erreicht. Wer dem deutschen Staat Geld für zehn Jahre leiht, erhält dafür nur noch 1,03 Prozent Zinsen, so wenig wie nie. In Kürze könnte historische Marke von einem Prozent fallen. Für Anleihen mit zweijähriger Laufzeit ist die Verzinsung ab und an sogar negativen. Wer solche Schuldscheine hält, muss draufzahlen, um sein Geld sicher parken zu dürfen.

Auslöser dafür sind vordergründig die aktuellen Krisen: Nahost und Osteuropa, Italiens Rezession, Portugals neue Bankenpleite, Argentiniens Bankrott. Markus Reinwand, Aktienstratege bei der Landesbank Hessen-Thüringen, sagt, dahinter stecke „eine aus fundamentalen Gründen notwendige Korrektur überzogener Markterwartungen“. Die Rekordmarken an den Börsen seien nicht mehr durch die Entwicklung der Unternehmensumsätze und -gewinne gedeckt gewesen. Experten der Société Générale sagen einen Absturz von mindestens weiteren fünf bis sechs Prozent voraus.