Einsparung

Osram will jede fünfte Stelle in Berlin streichen

283 Arbeitsplätze sollen bis zum Jahr 2017 wegfallen

Der Lichttechnik-Hersteller Osram will in seinem Berliner Werk bis 2017 mehr als jeden fünften Arbeitsplatz abbauen. Konkret sollen 283 der noch verbliebenen 1280 Stellen in der traditionsreichen Fertigungsstätte an der Nonnendammallee gestrichen werden. Diese Zahl habe Osram-Manager Hans-Joachim Schwabe am Montag in einer Belegschaftsversammlung genannt, sagte im Anschluss der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Arno Hager. Die meisten Stellen sollen demnach in der Fertigung der früheren Siemens-Tochter gestrichen werden. Betroffen seien davon viele langjährig Beschäftigte. Zunächst hatte die Gewerkschaft mit dem Wegfall von rund 100 Stellen in Berlin gerechnet.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach von einem schmerzlichen Verlust für die Betroffenen und den Standort. Er forderte das Unternehmen auf, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Wowereit wertete es als positiv, dass die Fertigung in Berlin erhalten bleibe. „Zuversichtlich stimmt auch, dass das Unternehmen mit den Plänen zum Aufbau eines Kompetenzzentrums für Automobilbeleuchtung den Berliner Standort stärken will“, fügte Wowereit hinzu.

Der Berliner IG-Metall-Chef Hager, sprach von einem „sinnlosen Stellenabbau“. Er erinnerte daran, dass bereits seit 2009 mehr als 1100 Osram-Mitarbeiter in Berlin ihren Job verloren haben. Vor einer Woche hatte der Osram-Vorstand in München beschlossen, in einer zweiten Sparrunde bis 2017 weltweit rund 7800 Stellen zu streichen, davon 1700 in Deutschland. Begründet wurde dies mit dem starken Rückgang des Geschäfts mit Leuchtstoff- und Halogenlampen.

Im Berliner Osram-Werk werden Xenon-Autoscheinwerfer, Lampen für Videoprojektoren sowie Speziallampen für Filmaufnahmen, große Plätze und Schaufenster hergestellt. Nach Ansicht der IG Metall könnte dieses Geschäft noch über Jahre profitabel weitergeführt werden, wenn das Unternehmen mit Hauptsitz in München in eine effizientere Produktion und besseres Marketing investieren würde. „Wir werden Alternativvorschläge zu den Stellenstreichungen machen“, kündigte Hager an. Sollte die Unternehmensführung sich nicht gesprächsbereit zeigen, werde auch über andere Maßnahmen nachgedacht, sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte.