Sparpotenzial

Geschickt tanken und im Urlaub Geld sparen

Manchmal liegen nur wenige Kilometer zwischen Preisen von 1,30 und 1,76 Euro

Deutschland befindet sich auf der Straße. Nachdem auch in den letzten Bundesländern die Ferien begonnen haben, rollen nun einerseits Autos in Richtung Feriendomizil und andererseits schon wieder zurück gen Heimat. Ein großer Teil des Budgets geht dabei fürs Tanken drauf. Doch wer ein wenig plant, kann hier locker 40 Euro, 50 Euro oder noch mehr sparen – Geld, das während des Urlaubs bei anderer Gelegenheit besser ausgegeben werden kann. Um das zu erreichen, genügt schon ein Blick auf die durchschnittlichen Benzinpreise in den Zielländern oder den Staaten, die man auf dem Weg dorthin durchquert.

Wer beispielsweise von Deutschland nach Italien fährt, sollte mit möglichst leerem Tank in Österreich ankommen, dort volltanken, das Land durchqueren und kurz vor der Grenze nach Italien erneut volltanken. Und auf der Rückreise sollte er ebenso in Österreich tanken. Angenommen bei der Durchfahrt durch Österreich werden 15 Liter verbraucht, summiert sich die Ersparnis bei einem maximalen Tankvolumen von 60 Litern im Idealfall auf fast 45 Euro. Denn in Deutschland kostet Superbenzin im Schnitt 1,59 Euro, in Italien sogar 1,76, in Österreich dagegen nur 1,38, wobei es sich hierbei um durchschnittliche Preisangaben handelt, die von der Europäischen Kommission wöchentlich ermittelt werden. Je nach Lage der Tankstelle und Tageszeit können sich natürlich erhebliche Schwankungen ergeben. Die Relation zwischen den einzelnen Ländern bleibt jedoch stets weitgehend gleich.

Das liegt vor allem daran, dass die Staaten unterschiedliche Steuersätze auf Benzin und Diesel draufschlagen. Betrachtet man die Preise ohne Steuern, so verschwinden die Differenzen größtenteils, die Spanne für den Liter Super liegt dann in ganz Europa nur noch zwischen 64 Cent in Belgien und 74 Cent in Dänemark. Österreich (66 Cent), Deutschland (68 Cent) und Italien (71 Cent) liegen so betrachtet so eng zusammen, dass sich das geplante Tanken in einem der Länder kaum noch lohnen würde.

Nach Steuern ist dagegen Bulgarien der günstigste Ort zum Tanken in Europa mit einem Preis von 1,30 Euro je Liter Super, während Italien mit 1,76 ganz an der Spitze liegt. Wer also im richtigen Land tankt, schlägt vor allem den Finanzministern der Nachbarstaaten ein Schnippchen. Günstige, in der Nachbarschaft gelegene Tankorte sind dabei für deutsche Touristen neben Österreich auch Tschechien und Polen (jeweils 1,31 Euro) sowie Luxemburg (1,34 Euro). Auch in der Schweiz ist es erstaunlicherweise mit umgerechnet 1,42 Euro etwas günstiger als hierzulande, während der Unterschied zu Frankreich und Belgien (jeweils 1,52 Euro) eher gering ist. Teuer wird es dagegen in Dänemark (1,68 Euro) und den Niederlanden (1,73 Euro)

Was jedoch für das Tanken von Super-Benzin gilt, muss nicht unbedingt für Diesel gelten. Bestes Beispiel dafür ist die Schweiz, denn dort ist das Super-Benzin zwar günstiger als hierzulande, nicht jedoch Diesel. Das liegt daran, dass die Schweiz eines der Länder ist, wo Diesel in der Regel teurer ist als Super-Benzin. Das gilt beispielsweise auch für Großbritannien, Bulgarien und Lettland. In Rumänien, Tschechien und Ungarn kosten beide Kraftstoffe ungefähr gleich viel. Bei Reisen dorthin kann der beste Weg, um beim Tanken Geld zu sparen, also ganz anders aussehen, je nachdem welchen Kraftstoff das Auto benötigt.

Bei den teilweise enormen Preisdifferenzen liegt es indes nicht nur nahe, noch rechtzeitig vor einer Grenze zu tanken. Mancher dürfte auch auf die Idee kommen, die Ersparnis noch ein wenig auszuweiten, indem er gleich noch mehrere Benzinkanister füllt und diese mit auf die Reise nimmt. Doch hier ist Vorsicht geboten. Denn beispielsweise dürfen in den Niederlanden und Dänemark nur Kanister mit einer Füllmenge von maximal zehn Litern mitgeführt werden. Ähnliche Grenzen von 10, 20 oder 25 Litern gibt es in den meisten europäischen Staaten.

Nur Deutschland tanzt hier etwas aus der Reihe. Denn hier dürfen neben der Tankfüllung bis zu 60 Liter zusätzlich in Kanistern mitgeführt werden. Der ADAC rät jedoch dringend, sich auch hier auf zehn Liter zu beschränken – allein aus Sicherheitsgründen.