Einzelhandel

Verbände fordern Pfandangabe auf Getränkeverpackungen

Deutsche Umwelt- und Branchenverbände haben eine eindeutige Unterscheidung von Einweg- und Mehrwegverpackungen für Getränke gefordert.

Nur wer Mehrwegverpackungen erkenne, könne sich auch bewusst für eine ökologische Getränkeverpackung entscheiden, begründete der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, den Vorstoß am Montag in Berlin.

Laut Verpackungsverordnung müssten 80 Prozent der Getränke in ökologisch vorteilhaften Getränkeverpackungen und Mehrwegflaschen abgefüllt werden, hieß es. Tatsächlich liege die derzeit erreichte Quote in Deutschland jedoch nur bei rund vierzig Prozent. Dabei handele es sich hauptsächlich um Mehrwegflaschen. Vor allem die Kennzeichnungen von Einwegflaschen sind den Umwelt- und Brachenverbänden zufolge unzureichend. Es bestehe der Eindruck, dass die Einwegindustrie die Unterscheidungsmerkmale zwischen Einweg- und Mehrwegverpackungen bei Getränken gezielt zu verwischen versuche, um vom umweltfreundlichen Image wiederbefüllbarer Flaschen zu profitieren, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels, Günther Guder.

Eine eindeutige Kennzeichnung sei Grundvoraussetzung für einen umweltfreundlichen Getränkekauf. Nötig seien eine klare Unterscheidung von Einweg und Mehrweg sowie die Angabe der Pfandhöhe auf der Getränkeverpackung, um eine Täuschung der Verbraucher zu vermeiden. Unter dem Motto „Mehr Durchblick, mehr Mehrweg“ werden Verbraucher, Händler und Unternehmer deshalb nun zu einer Postkartenaktion für mehr Transparenz bei Getränkeverpackungen aufgerufen. Zu den Initiatoren gehören die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, die Deutsche Umwelthilfe und mehrwegorientierte Verbände.