Unternehmen

Amazon macht seine Eigentümer mit hohen Verlusten nervös

Smartphones, Tablets, Videospiele, TV-Serien: Die hohen Investitionen zur Expansion in immer neue Geschäftsfelder drücken Amazon in die Verlustzone.

Der US-Konzern stellt sich damit zwar so breit auf wie kein Konkurrent und ist auch dadurch rasant gewachsen. Mittlerweile werden die Eigentümer aber nervös. Weil auch die Aussichten für die nächsten Monate wenig rosig sind, stürzte die Amazon-Aktie um bis zu zehn Prozent ab.

Von April bis Juni machte der Internethändler einen Nettoverlust von 126 Millionen Dollar – fast doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Amazon-Finanzchef Tom Szkutak sagte, die hohen Ausgaben wirkten sich kurzfristig weiter negativ auf die Bilanz aus. Zuletzt sei vor allem deutlich mehr Geld in Inhalte – etwa die Produktion von Videos und Serien – geflossen. Langfristig werde sich dies rechnen. Im laufenden Quartal erwartet Szkutak aber einen operativen Verlust zwischen 410 und 810 Millionen Dollar. Im dritten Quartal 2013 hatte das Minus 25 Millionen Dollar betragen.

Mit den neuen Produkten konkurriert Amazon unter anderem mit dem iPhone-Hersteller Apple, dem Internetriesen Google wie auch dem Videoportal Netflix. Viel Geld leitet Amazon auch nach China, wo der Konzern Alibaba den riesigen Markt des Internethandels beherrscht. Die Chinesen planen gerade in New York einen Börsengang – es könnte der größte in der Technologiebranche überhaupt werden. Mit dem frischen Geld könnte Alibaba Amazon in den USA angreifen.

Wie in den vergangenen Quartalen auch, stieg der Umsatz von Amazon deutlich – um 23 Prozent auf rund 19,34 Milliarden Dollar. Das reicht den Anlegern aber nicht mehr. Obwohl die US-Börsen von Rekord zu Rekord eilen, hatte die Amazon-Aktie schon vor den neuesten Zahlen seit Januar um zehn Prozent nachgegeben.