Sicherheit

Moderne Technik erschwert Betrug am Geldautomaten

Die Zahl der Betrugsfälle an Geldautomaten in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2014 auf ein Rekordtief gesunken.

Bundesweit manipulierten Kriminelle 84 Automaten, um Kartendaten und Geheimnummern (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Von Januar bis Ende Juni 2013 waren es noch 251.

Täter, die an Geldautomaten in Deutschland Kartendaten und Geheimnummern (PIN) ausspähen, müssen inzwischen weit reisen, um daraus Gewinn zu schlagen. Dank milliardenschwerer Investitionen in die neue EMV-Technik mit einer Art Mini-Computer in den Plastikkarten passiert in Europa so gut wie nichts mehr mit Kartendubletten – darauf verweisen Deutschlands Banken seit Jahren stolz. Mit einer speziellen Anti-Skimming-Technik wollen Automatenhersteller wie Wincor Nixdorf das Geldabheben für Verbraucher noch sicherer machen. Weil längst nicht alle Staaten bei der Modernisierung mitziehen und Bezahlkarten statt mit Magnetstreifen mit EMV-Sicherheitstechnik ausrüsten, finden Kriminelle Schlupflöcher. Vor allem in Brasilien, Sri Lanka, Indonesien, Indien und den USA konnten Betrüger im ersten Halbjahr 2014 geklaute Kartendaten zum Geldabheben und Einkaufen nutzen.

„Endgültige Entwarnung können wir noch nicht geben. Betrug am Geldautomaten verursacht nach wie vor beträchtliche Schäden“, betont Andreas Mayer, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. Für die ersten sechs Monate 2014 summierte sich der Schaden infolge des Ausspähens sensibler Daten von Bankkunden an Geldautomaten in Deutschland auf rund 1,4 Millionen Euro. Immerhin sank der Wert zuletzt auf ein Rekordtief, wie Branchenkenner berichten.