Streaming-Dienst

Videoportal Netflix ab September in Deutschland

Online-Videothek bietet für monatliche Pauschale unbegrenzt Filme und Serien

Netflix, der größte Online-Videodienst der Welt, ist ab September in Deutschland verfügbar. Gleichzeitig wird der Streaming-Dienst auch in Österreich, der Schweiz, sowie in Frankreich, Belgien und Luxemburg starten, wie Netflix am Montag bei der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen mitteilte. Damit erschließe das Unternehmen neue Märkte, in denen 60 Millionen Haushalte über einen schnellen Internetzugang verfügten.

Ende Juni überschritt die Zahl der Netflix-Kunden weltweit die Marke von 50 Millionen, wie das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Los Gatos mitteilte. „15 Jahre nach dem Start unseres Abo-Dienstes haben wir mehr als 50 Millionen Mitglieder in 40 Ländern, die Spaß an Netflix haben“, erklärten Firmenchef Reed Hastings und Finanzchef David Wells in einem Brief an die Aktionäre. Mit dem Start in sechs weiteren Ländern Europas werde Netflix seine Präsenz dort erheblich ausbauen und seine internationale Reichweite auf 180 Millionen Haushalte mit schnellem Internet erweitern.

Netflix hatte im Mai angekündigt, seine Expansion in Europa noch in diesem Jahr voranzutreiben. Das Unternehmen ist bereits seit 2012 in Skandinavien, Großbritannien und Irland aktiv und seit 2013 in den Niederlanden.

Für die wachsende Abonnentenzahl machten Hastings und Wells vor allem erfolgreiche Programmangebote wie die in einem Frauengefängnis spielende Serie „Orange is the New Black“ (auf deutsch: Orange ist das neue Schwarz) verantwortlich. Im laufenden Quartal werde es weitere 1,3 Millionen neue Kunden geben, prognostizierten Hastings und Wells. Zum Jahresende sollen ihren Angaben zufolge in Deutschland, Kanada, Mexiko und den USA Netflix-Gutscheinkarten in den Handel kommen, um den Zugang zu erleichtern.

Im zweiten Quartal 2014 verzeichnete Netflix einen Nettogewinn von 71 Millionen Dollar (52 Millionen Euro) – im zweiten Quartal 2013 waren es noch 29,5 Millionen Dollar gewesen. Der Umsatz explodierte binnen eines Jahres um 25 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar.

Netflix bietet seinen Kunden zahlreiche Filme und TV-Serien an, die nach Abschluss eines Abonnements unbegrenzt via Internet abgespielt werden können. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Eigenproduktionen wie die bereits preisgekrönte Politserie „House of Cards“.

Das Unternehmen wurde 1997 von Hastings und Marc Randolph gegründet. Die Kunden konnten sich auf der Netflix-Website DVDs ausleihen, die sie in der Anfangszeit per Post nach Hause geliefert bekamen und anschließend wieder zurückschicken mussten.

Zunächst zahlten die Kunden pro Film, im Jahr 1999 konnten sie für eine monatliche Gebühr so viele DVDs ausleihen wie sie wollten. Das Unternehmen ging 2002 an die Börse, bis 2006 wuchs die Zahl der Abonnenten auf 6,3 Millionen. Die zunehmende Geschwindigkeit beim Datenverkehr eröffnete Netflix einen neuen Vertriebsweg: 2007 bot das Unternehmen in den USA erstmals einen Streaming-Service an.