Bericht

Tarifgehälter steigen so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr

Die Tarifgehälter in Deutschland steigen 2014 so stark wie noch nie in diesem Jahrtausend.

Nach den Abschlüssen im ersten Halbjahr hat das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung eine durchschnittliche Steigerung von 3,1 Prozent errechnet, wie das Institut in Düsseldorf mitteilte. Dieser Wert liegt über den Vorjahren und deutlich oberhalb der erwarteten Inflationsrate. Anders als zu Beginn des Jahrtausends werden die Gehaltserhöhungen nicht von steigenden Preisen aufgefressen: „Angesichts einer Preissteigerung von rund 1,1 Prozent in diesem Jahr werden die Tariflöhne im Durchschnitt real um etwa zwei Prozent steigen“, erwartet der WSI-Leiter Reinhard Bispinck. „Eine solche Steigerung hatten wir seit 1999 nicht mehr“, sagte Bispinck.

In die Zahlen fließen jeweils noch die länger laufenden Tarifverträge aus den Vorjahren ein, die in die erste Jahreshälfte hineinwirken. Die Grundlage für 2014 sind daher Tarifverträge für insgesamt 16,5 Millionen Beschäftigte. Besonders ins Gewicht fallen 2014 die hohen Abschlüsse in der Chemieindustrie (3,7 Prozent auf 14 Monate) und im öffentlichen Dienst des Bundes und der Gemeinden, wie das WSI erläuterte. Der Verdi-Abschluss bringe den Beschäftigten durchschnittlich 3,4 Prozent mehr.