Ermittlungen

Prokon-Insolvenz: Ermittlungen auch wegen Betrugs

Die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den Ex-Chef des in die Pleite gerutschten Windparkerrichters Prokon werden nach Angaben des Insolvenzverwalters Dietmar Penzlin auch wegen Betrugs- und Untreueverdacht in besonders schweren Fällen geführt.

Das habe ihm die zuständige Anklagebehörde in Lübeck auf Nachfrage bestätigt, erklärte dieser am Mittwoch in einer Mitteilung, in der er dem Prokon-Gründer ungewöhnlich schwere Vorwürfe machte.

Die Aufarbeitung der wirtschaftlichen Verhältnisse bei Prokon habe „eine Vielzahl an Anhaltspunkten für pflichtwidriges Verhalten von Carsten Rodbertus ergeben, insbesondere aus der ungeprüften Vergabe unbesicherter Kredite in Millionenhöhe“, erklärte Penzlin. Er gehe davon aus, dass er noch in diesem Jahr eine „umfangreiche Schadenersatzklage“ gegen den Prokon-Gründer einreiche.

Darüber hinaus ermittle die Staatsanwaltschaft aber auch, weil die grundlegende Finanzierungsstruktur von Prokon ein betrügerisches „Schneeballsystem“ gewesen sein könnte und noch kurz vor dem Insolvenzverfahren neue Genussrechte an Anleger verkauft worden seien, erklärte Penzlin. Sie gehe im Zusammenhang mit der Vergabe unbesicherter Kredite zudem dem Verdacht der besonders schweren Untreue nach.