Präsentation

Der doppelte Smart

Daimler zeigt in Berlin zum ersten Mal die dritte Generation des Kleinwagens - als Zwei- und Viertürer

Nach mehr als 15 Jahren und unzähligen Studien steht nun endlich ein ganz neuer Smart in den Startlöchern. Jetzt wurde er in Berlin zum ersten Mal gezeigt, im Oktober feiert er seine Publikumspremiere auf dem Pariser Salon, und im November steht er für Preise knapp unter 11.000 Euro bei den Händlern. Er kommt spät, auch weil Daimler sich für dieses Projekt vor ein paar Jahren mit Renault zusammengetan hat. Nach dem Flop eines Viersitzers vor mehreren Jahren bringt Daimler nun erneut eine zusätzliche Variante für vier Insassen auf den Markt.

Die erste Variante mit vier Sitzen baute Daimler nur gut zwei Jahre lang – 2006 wurde die Produktion wegen enttäuschender Verkaufszahlen eingestellt. „Smart ist ein ganz wichtiger Baustein unserer Zukunftsstrategie“, betonte Konzernchef Dieter Zetsche bei der Präsentation. Daimler hatte bereits angekündigt, sich von den neuen Modellen einen Schub beim Absatz zu erhoffen. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht.

So ist der neue Smart Fortwo auch mit französischem Einfluss ein Smart nach alter Schule. Denn es bleibt für die Baureihe W452 bei den ultrakurzen 2,69 Metern, es bleibt bei der farblich abgesetzten Tridion-Sicherheitszelle, und es bleibt bei den Dreizylindermotoren im Heck – die auch Renault für den Twingo akzeptieren musste. Sonst allerdings ist so ziemlich alles neu am Mikro-Daimler. Er trägt ein bisschen Speck auf den Hüften, hat ein freundliches, aber ernst zu nehmendes Gesicht mit fast eckigen Tagfahrleuchten um die matten Augen. Dazu gibt es hinten wie eh und je die zweigeteilte Heckklappe und überall die Honigwaben.

Die wichtigste formale Änderung ist aber die größere Spur. Weil der Smart volle zehn Zentimeter in die Breite geht, steht er optisch satter auf der Straße. Er sieht jetzt aus wie ein Auto und nicht mehr wie ein Spielzeug für Riesenbabys. Und er soll endlich auch ein komfortables und stabiles Fahrgefühl bieten, wie man es aus der Kleinwagenklasse um VW Polo & Co kennt. Dafür stehen unter anderem neue Motoren, die im günstigsten Fall 4,2 Liter nach Norm verbrauchen. Zum Start gibt es einen 0,9-Liter-Turbo mit 90 PS und einen 1,0-Liter-Saugmotor mit 71 PS, später folgt ein Einstiegsmodell mit 60 Pferdestärken, aber einen Diesel wird es nicht mehr geben. 2016 soll jeweils eine Variante als Elektro-Auto dazukommen.

Und es gibt gegen einen bescheidenen Aufpreis von 600 Euro das größte Extra: 80 Zentimeter mehr Auto. In der internen Nomenklatur als W453 geführt, soll der neue Smart Forfour mit einer Länge von 3,49 Metern eine Alternative sein zum Fiat 500, Opel Adam oder VW Up. Die Türen selbst sind zwar eher kurz, öffnen sich dafür aber fast um 90 Grad und erleichtern so auch Erwachsenen den Zustieg zum Fond. Der ist allerdings so knapp bemessen, dass es großen Menschen dort nur für den Notfall langt. Aber dafür ist die Rückbank betont praktisch: Mit einem Zug lassen sich die Sitzkissen umdrehen, auf den Boden klappen und flach legen. Wenn man dann auch noch die bewegliche Mittelkonsole zur Seite packt oder gleich ganz daheim lässt, kann man im Fond fast ein Fahrrad, auf jeden Fall aber ein großes Möbelpaket verstauen.