Handel

Karstadt-Aufsichtsrat: Unternehmen droht harte Sanierung

Die Mitarbeiter der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt müssen sich auf eine harte Sanierung einstellen.

Es werde schmerzhafte Einschnitte geben müssen, um dem gesunden Kern des Unternehmens eine Zukunft zu geben, sagte der Karstadt-Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Fanderl in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Mit allen Vertragspartnern des Unternehmens sollen zudem Gespräche über finanzielle Zugeständnisse geführt werden. Es gebe zwar noch keine konkreten Schließungsbeschlüsse. „Aber das Unternehmen macht sich seit einiger Zeit berechtigte Sorgen um die Profitabilität von mehr als 20 Häusern“, sagte Fanderl der Zeitung weiter.

Karstadt verfügt derzeit noch über 83 Warenhäuser. Die 28 Sporthäuser sowie die drei Premiumhäuser Kadewe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München wurden im vergangenen Jahr an eine Investorengruppe rund um den österreichischen Immobilien-Entwickler Rene Benko und den israelischen Geschäftsmann Beny Steinmetz verkauft.

Mit Einschnitten ist nach den Worten von Fanderl zudem in der Hauptverwaltung in Essen und in der Logistik zu rechnen. Er habe mit dem Warenkreditversicherer des Unternehmens eine Verlängerung des Vertrages um ein Jahr erreichen können, hieß es in dem Bericht. Damit sei das für das Unternehmen besonders wichtige Weihnachtsgeschäft auf jeden Fall gesichert. Karstadt habe auch genug Liquidität und sei handlungsfähig.

Karstadt schreibt seit Jahren rote Zahlen und hatte 2009 Insolvenzantrag gestellt. Investor Nicolas Berggruen übernahm den Konzern 2010 für den symbolischen Preis von einem Euro. Seither versucht der defizitäre Kaufhof -Konkurrent, wieder auf Kurs zu kommen.