Justiz

Untreue-Vorwürfe: Adlon-Erbauer muss nicht vor Gericht

Der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld kommt nicht wegen Untreue vor Gericht.

Das Oberlandesgericht Köln sah dafür keinen hinreichenden Tatverdacht, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte dem 67-Jährigen vorgeworfen, bei einer Kapitalerhöhung für den Adlon-Fonds Garantien nicht in Anspruch genommen sowie auf Mietzahlungen verzichtet zu haben. Nach dem Landgericht Aachen lehnte es nun auch das Oberlandesgericht in Köln ab, ein Strafverfahren gegen Jagdfeld und fünf weitere Beschuldigte zu eröffnen.

Jagdfeld hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. „Die Richter haben damit einer beispiellosen Schmähkampagne nach fast vier Jahren ein Ende gesetzt“, teilte Jagdfeld nun mit und wertete die Entscheidung als Freispruch. Anders als bei einem Urteil kann die Staatsanwaltschaft die Entscheidung nicht mehr anfechten.

Hintergrund der Auseinandersetzung: Der Adlon Fundus Fonds Nr. 31 KG (Adlon-Fonds) ist Eigentümer des Hotelgebäudes, das 1997 an historischer Stelle wiedereröffnet wurde. Betreiberin des Adlon-Hotels ist die Kempinski Gruppe. Sie ist einer der Pächter neben der Adlon Holding. Seit Herbst 2008 hatte Jagdfeld von seinen 4400 Anlegern den Verzicht auf die Zahlungen der Adlon Holding gefordert. Die familieneigene Holding betreibt Restaurants, Bars und eine Weinhandlung. Sie war finanziell in Bedrängnis geraten. Fundus-Anleger hatten die Stundungen angefochten. Zudem hatten Fondszeichner zweimal versucht, Anno August Jagdfeld aus der Führung der „Adlon“-Gesellschaft zu drängen. Allerdings erfolglos. Anfang vergangenen Jahres übergab Jagdfeld die Fundus-Geschäfte an seinen Sohn. Er selbst verwaltet allerdings weiter den Adlon-Fonds.