Verbraucher

Woher die Scholle auf den Teller kommt

Neues Metro-System zeigt den Weg von Lebensmitteln auf

In der Schollenfilet-Packung steckt Fisch aus der Nordsee. Genau genommen ist er dem Kapitän des Schiffes „Enterprise“ in der Fangperiode bis 13. Juni ins Netz gegangen, als er das Fanggebiet IV mit einem sogenannten Grundscherbrett-Schleppnetz abfischte. Anschließend fuhr er den dänischen Hafen Tyborøn an, wo der niederländische Verarbeiter Ekofish die Scholle übernahm und zwei Tage später in die Form brachte, in der sie kurz darauf im Regal des Metro-Großmarkts im rheinischen Neuss zu finden war.

Nicht erst seit dem Skandal um falsch deklariertes Pferde-Hack in der Lasagne vor einem Jahr wollen immer mehr Kunden genau wissen, woher die Ware auf ihrem Teller stammt. Der Metro-Großhandel reagiert darauf mit einer Technologie, die eine lückenlose Nachverfolgung ermöglichen soll. Die Kunden können dabei einen quadratischen schwarz-weiß-Code, eine Datamatrix, mithilfe einer Smartphone-App scannen und identifizieren und erhalten damit Angaben über Herkunft, Verarbeitung, Qualität und Nachhaltigkeit der Ware.

Metro startet mit dem System zunächst für 49 Fisch- und Fleischprodukte von sechs Lieferanten, darunter die Fleischerzeuger Tönnies und Keinhörster. Nach erfolgreichen Tests in vier Großmärken im Rheinland werde es bis August auf alle 56 Cash & Carry-Abholgroßmärkte in Deutschland ausgeweitet, kündigte Metro-Konzernvorstand Heiko Hutmacher an. „Das neue Rückverfolgbarkeitssystem funktioniert für Unternehmen aller Größen und Branchen sowie über alle Produktgruppen hinweg“, sagte er.

Vorerst profitieren davon allerdings nur die gewerblichen Kunden der Großmärkte. Die im Geschäft mit privaten Endkunden tätige Metro-Schwesterfirma Real befasse sich ebenfalls mit dem Thema, sagte ein Konzernsprecher. Details zu Umfang oder Zeitpunkt der Einführung könne er aber noch nicht nennen.

Die Metro-Handelsketten reagieren damit auf den Druck der Verbraucher. Metro versucht, auf das wachsende Bedürfnis nach Transparenz und Nähe einzugehen. „Rückverfolgbarkeit ist für uns der Schlüssel, nachhaltig einzukaufen sowie Qualität und Sicherheit unserer Produkte zu erhöhen“, sagte Metro-Manager Alain Cappannelli.