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Medienkonzern Axel Springer kauft sich eine Suchmaschine

Der Berliner Medienkonzern Axel Springer steigt bei der französischen Suchmaschine Qwant ein.

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, übernehme die Konzerntochter Axel Springer Digital Ventures 20 Prozent der Anteile an dem französischen Start-up. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Es soll sich um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag handeln. Im Frühjahr hatte Qwant angekündigt, bei Investoren fünf Millionen Euro einwerben zu wollen.

Qwant positioniert sich als Alternative zum US-Suchmaschinengiganten Google, der in Deutschland einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent hat. Springer-Chef Mathias Döpfner hatte Googles Marktmacht und die Abhängigkeit deutscher Medienkonzerne in der Vergangenheit scharf kritisiert. „Wir haben Angst vor Google“, schrieb er in einem Essay für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Eine ernsthafte Google-Konkurrenz ist Qwant allerdings nicht. Die im vergangenen Jahr in Frankreich gestartete Suchmaschine hat 2013 gerade mal eine halbe Milliarde Suchanfragen bearbeitet. Zum Vergleich: Google schafft 100 Milliarden Anfragen im Monat. Seit drei Monaten ist Qwant auch in Deutschland aktiv.

Von dem Einstieg in Qwant erhoffe sich Springer dann auch vor allem, etwas zu lernen, sagte Ulrich Schmitz, Chef von Axel Springer Digital Ventures. „Auf dem Suchmarkt gibt es zahlreiche Innovationen. Um daran teilzuhaben und zu lernen, beteiligen wir uns an einem jungen Unternehmen, das hier Vielfalt und neue Impulse bringt.“ Der Konzern verlagert sein Geschäft angesichts rückläufiger Printauflagen und sinkender Anzeigenerlöse immer stärker ins Internet. Zu der Strategie gehört auch der Verkauf der Regionalzeitungen, darunter die Berliner Morgenpost, an die Funke Mediengruppe. Im Gegenzug hat Axel Springer in junge Internetunternehmen investiert. Qwant wurde von Jean Manuel Rozan und Eric Léandri in Paris gegründet und beschäftigt 25 Mitarbeiter.