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Handel: Aldi will keine Krebse von Sklaven-Kuttern ++ Etihad: Air-Berlin-Großaktionär steigt auch bei Alitalia ein ++ Werbung: Bertelsmann-Tochter erwägt Geschäfte mit Kundendaten ++ Autohersteller: Honda bereitet Rückruf von Airbags vor

Aldi will keine Krebse von Sklaven-Kuttern

Der Discounter Aldi Nord prüft nach einem Bericht über menschenverachtende Produktionsbedingungen in der Lieferkette von Garnelenprodukten Konsequenzen. „Sollten sich die erhobenen Vorwürfe bestätigen, werden wir umgehend Sanktionen einleiten“, teilte Aldi Nord in Essen mit. Diese könnten die Auslistung des Produkts, den Wechsel der Rohwarenlieferanten sowie die Beendigung des Geschäftsverhältnisses mit dem direkten Lieferanten umfassen. Hintergrund sind Berichte, wonach in Thailand Arbeiter unter unmenschlichen Bedingungen auf Fischkuttern arbeiten müssen, die in die Produktion des weltweit größten Garnelenherstellers Charoen Pokphand Foods eingebunden sind.

Air-Berlin-Großaktionär steigt auch bei Alitalia ein

Der Einstieg der arabischen Fluggesellschaft Etihad bei Alitalia rückt näher. Der Alitalia-Verwaltungsrat habe die Unternehmensspitze zu entsprechenden Verhandlungen ermächtigt, teilte der Konzern jetzt mit. Der Air-Berlin-Großaktionär Etihad hatte zuletzt in einem Schreiben an Alitalia die Konditionen für die Investition in die kriselnde Fluggesellschaft konkretisiert. Nach jüngsten Medienberichten aus Italien will die Airline aus Abu Dhabi rund 600 Millionen Euro in die angeschlagene Alitalia investieren. Dies soll jedoch an zahlreiche Bedingungen geknüpft sein, etwa den Abbau mehrerer Tausend Jobs in Italien.

Bertelsmann-Tochter erwägt Geschäfte mit Kundendaten

Die Bertelsmann-Tochter Arvato will mit den von ihr gesammelten Kundendaten Geschäfte machen. „Wir verschaffen uns gerade einen Überblick, auf welchem Schatz wir da sitzen, wie wir diese Daten verknüpfen können und welche Restriktionen für die Nutzung existieren“, sagte der Chef des Technologiedienstleisters Achim Berg der „Wirtschaftswoche“. In Deutschland gebe es kaum ein anderes Unternehmen, das über ähnlich viele Konsumentendaten verfüge wie Arvato. Diese Daten könnten genutzt werden, um Werbekampagnen zielgenauer zu machen und Standortentscheidungen vorzubereiten. Arvato bietet Geschäftskunden Dienstleistungen etwa in den Bereichen Datenmanagement und Kundendienst an.

Honda bereitet Rückruf von Airbags vor

In der Autoindustrie kommt es zu weiteren Massenrückrufen wegen Problemen mit den Airbags. Nach der jüngsten Ankündigung des japanischen Herstellers Toyota bereitet sich auch dessen heimischer Rivale Honda auf einen solchen Schritt vor. Laut Medienberichten könnte Honda zusätzlich mehr als eine Million Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordern. Dies dürfte das Unternehmen noch im Juni bekannt geben, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Hintergrund sind mögliche Defekte an Generatoren des Zulieferers Takata, die die Airbags im Notfall mit Gas befüllen sollen. Es besteht die Gefahr, dass diese Generatoren explodieren. Allein 2013 hatten Toyota, Honda, Nissan und BMW wegen der Explosionsgefahr insgesamt 3,6 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen.