Nachruf

Der Herr der Kekse: Hermann Bahlsen ist gestorben

Die Feier zum 125-jährigen Jubiläum der Keks-Dynastie Bahlsen ist von Trauer überschattet.

Nur wenige Tage vor dem Gründungstag 1. Juli ist der Unternehmer Hermann Bahlsen am vergangenen Freitag im Alter von 86 Jahren gestorben. Der langjährige Geschäftsführer und Mitinhaber des Keks-Herstellers hatte maßgeblichen Anteil daran, das Gebäck um die Marke Leibniz-Keks in aller Welt berühmt zu machen.

Großes Aufsehen um seine Person mochte Hermann Bahlsen allerdings nicht. „Davon hatte ich in meinem Leben genug“, sagte er Ende 2012 anlässlich seines 85. Geburtstags in Burgwedel bei Hannover. Der Enkel des gleichnamigen Firmengründers, der ab 1889 englische „Cakes“ unter dem eingedeutschten Namen Kekse in seiner Heimat salonfähig machte, hat knapp vier Jahrzehnte an der Bahlsen-Spitze gestanden.

1956 hatte der Ingenieur die Leitung des damals neuen Bahlsen-Werkes in Barsinghausen bei Hannover übernommen. Drei Jahre später starb sein Vater, Anfang 1960 nahm er dessen Platz in der Geschäftsführung ein, an der Seite seiner beiden Onkel. Nach vier Jahrzehnten an der Bahlsen-Spitze verließ er 1996 den Hersteller von Dauerbackwaren. Seine beiden Vettern Werner M. und Lorenz Bahlsen hatten andere Vorstellungen für die Firmenstrategie.

Bahlsen engagierte sich auch über die Firmeninteressen hinaus, etwa als Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Präsident der Unternehmerverbände Niedersachsen, österreichischer Honorarkonsul in Niedersachsen und in vielen anderen Ehrenämtern.