E-Commerze

Rekord beim Onlinehandel

Neue Verbandsstudie: Die Retourenquoten sinken, und soziale Netzwerke gewinnen an Bedeutung

Das Geschäftsklima des interaktiven Handels in Deutschland ist positiver als in der Gesamtwirtschaft. Das geht aus der am Dienstag in Berlin vorgelegten Händlerstudie des Bundesverbandes E-Commerce (BEVH) und der Creditreform hervor. Alle Basisindikatoren (Auftragslage, Umsatz, Ertrag und Personalbestand) verzeichnen positivere Werte als im Vorjahr. Auch die Erwartungen für die nächsten Monate sind weiterhin steigend.

„Der interaktive Handel bleibt auch weiterhin in einem Konjunkturboom“, sagte Christoph Wenk-Fischer, der Hauptgeschäftsführer des BEVH. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, und es herrscht hohe Investitionsbereitschaft.“ So stieg der Umsatz im interaktiven Handel von 2009 bis 2013 um 19,2 auf 48,3 Milliarden Euro. Ein weiteres Umsatzplus von 4,4 Milliarden Euro wurde bei den digital erbrachten Dienstleistungen verzeichnet. Die Zahl der Firmen stieg um 14,5 Prozent, während gleichzeitig die Zahl der Unternehmen gesamtwirtschaftlich um 3,6 Prozent sank. Bei den Beschäftigten wurde ein Plus von 5,8 Prozent auf 80.800 erzielt.

Von den befragten Onlinehändlern erwarten 76 Prozent steigende Auftragszahlen, 78 Prozent mehr Umsatz, 64 Prozent wachsenden Gewinn und 36 Prozent höhere Beschäftigtenzahlen. Diese Einschätzungen sind zum Teil doppelt so hoch wie in der gesamten Wirtschaft. Die künftige Geschäftslage wird von 66 Prozent der Onlinehändler in der Rückschau als sehr gut bis gut, von 29 Prozent befriedigend oder ausreichend und von fünf Prozent als mangelhaft oder ungenügend bezeichnet. 75 Prozent erwarten künftig eine gute bis sehr gute Geschäftsentwicklung.

Facebook, Google+ und YouTube verhelfen den interaktiven Händlern zur Steigerung ihres Bekanntheitsgrades. Social Media sei aber eher ein Kommunikationskanal als ein Kanal zur direkten Umsatzsteigerung, sagte Wenk-Fischer. 81 Prozent der Onlinehändler n utzen soziale Netzwerke (Vorjahr 70 Prozent).

Die Internationalisierung des interaktiven Handels erreicht laut BEVH „ein beachtliches Niveau“. Acht von zehn Händlern haben bereits ins Ausland geliefert. Österreich, die Schweiz und Frankreich sind die Hauptabsatzmärkte.

Die Studie zeigt eine sinkende Retourenquote. Nur noch jedes sechste Unternehmen melde steigende Rücksendungen. 70 Prozent der Händler sprechen in der Rückschau von einer gleich bleibenden Retourenquote. 77 Prozent erwarten das für die Zukunft. Der Verband erwartet, dass 59 Prozent der Händler die Kosten für Retouren nicht an ihre Endkunden weitergeben werden. „Kein Unternehmen wird so wahnsinnig sein und seinen Kunden diese Kosten auferlegen“, vermutet Wenk-Fischer. Allerdings werde es wichtig, Missbrauch einzudämmen.