Personalien

Bayer holt Pharma-Chef aus den USA

Deutscher ManagerDieter Weinand wechselt im August nach Berlin. Große Erfahrung in der Arzneimittelbranche

Vor knapp einer Woche überraschte die Bayer AG mit einer Berlin-Personalie: Andreas Fibig, der das Pharmageschäft des Konzerns verantwortet verlässt Bayer Ende August Richtung USA. Knapp eine Woche später steht der Nachfolger fest: Dieter Weinand. Er kommt aus den USA. Der 53-Jährige arbeitet zurzeit in Princeton im US-Staat New Jersey für den japanischen Arzneimittelhersteller Otsuka und verantwortet das Gesundheitsgeschäft. Weinand, der deutsche Wurzeln hat und Deutsch spricht, wird zum 1. August in Berlin anfangen.

Mit Weinand kommt ein erfahrener Pharmamanager. Er sei seit mehr als 25 Jahren in der Arzneimittelbranche tätig, unter anderem für die US-Konzerne Pfizer und Bristol-Myers Squibb. „Mit seiner umfangreichen wirtschaftlichen Erfahrung in der pharmazeutischen Industrie wird er das Wachstum unseres Pharma-Geschäfts vorantreiben“, sagte Olivier Brandicourt, Leiter von Bayer Health Care.

Unter dem Dach von Bayer Health Care hat der Leverkusener Konzern sein Geschäft mit Gesundheit und Agrarwirtschaft gebündelt. Der Teilkonzern setzte im vergangenen Jahr rund 18,9 Milliarden Euro um. Größte Sparte ist das Pharmageschäft Bayer Health Care Pharmaceuticals mit rund 11,2 Milliarden Euro Umsatz und Sitz in Berlin, das Weinand jetzt übernimmt. Insgesamt setzte Bayer 40,2 Milliarden Euro um.

Aktuell verantwortet Weinand bei Otsuka als President Global Commercialization & Portfolio Management das Gesundheitsgeschäft der Japaner mit einem Umsatz von 13 Milliarden Dollar (rund zehn Milliarden Euro). Der Manager arbeitet im gleichen Sektor wie sein neuer Arbeitgeber: im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Weinand stammt aus dem rheinland-pfälzischen Boppard. Der Pharmakologe und Biologe ist verheiratet und hat drei Kinder.

Die Pharmasparte von Bayer beschäftigt insgesamt 38.000 Mitarbeiter, davon rund 4400 in Berlin, wo vor allem geforscht und entwickelt wird. Zu den Umsatzstärksten Produkten der Sparte gehören Betaferon, ein Mittel gegen Multiple Sklerose, Xarelto zur Thrombosevorbeugung und die Pille Yasmin.

Bayer musste den Posten neu besetzen, weil Pharmachef Andreas Fibig zum US-Aromenhersteller International Flavors & Fragrances (IFF) wechseln wird. Fibig wird dort am 1. September Vorstandschef – im Verwaltungsrat von IFF sitzt der Manager bereits. IFF zählt neben den Schweizer Konzernen Givaudan und Firmenich sowie dem MDax-Konzern Symrise zu den weltgrößten Herstellern von Riech- und Geschmacksstoffen. Der Manager war im September 2008 vom US-Konzern Pfizer nach Berlin gewechselt. Aus seiner Liebe für die USA machte er nie einen Hehl. In Gesprächen schwärmte er gern über die zupackende Art der Amerikaner. Von seinem Haus dort hatte er sich nach dem Umzug nach Deutschland nicht getrennt.

Vor wenigen Tagen erst hatte Bayer den Vertrag mit Konzernchef Marijn Dekkers auf dessen Wunsch nur um zwei statt vier Jahre verlängert, was eine Nachfolgedebatte startete. Dekkers zieht es 2016 auch in die USA.