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Defekte Zündschlösser: GM entschädigt Angehörige

Der US-Autobauer General Motors (GM) hat die Verantwortung für den Skandal um defekte Zündschlösser übernommen, der zu mindestens 13 Todesfällen und dem Rückruf von Millionen Fahrzeugen geführt hat.

GM-Chefin Mary Barra versprach vor 1000 Mitarbeitern im Detroiter Vorort Warren, dass der Konzern Angehörige und Opfer entschädigen werde. Wegen ihres Fehlverhaltens seien 15 Mitarbeiter entlassen worden, darunter Juristen und Ingenieure. Eine interne Untersuchung habe die Unternehmensführung aber entlastet. Barra, die den Konzern seit Anfang 2014 leitet, sagte, es habe „keine Verschwörung zur Vertuschung von Fakten“ gegeben.

General Motors musste im Februar und März auf dem nordamerikanischen Markt 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2007 zurückrufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann etwa dazu führen, dass sich Airbags bei Unfällen nicht öffnen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Offenbar hatten Ingenieure bereits ab 2001 Kenntnis von den defekten Zündschlössern. Sie wurden aber dennoch weiter eingebaut.

Vergangenen Monat akzeptierte General Motors die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar (26 Millionen Euro) an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Auch der US-Kongress und das Justizministerium untersuchen derzeit das Vorgehen von GM, außerdem wurden eine Reihe von Schadensersatzklagen gegen den Konzern eingereicht. Hier könnten General Motors Milliardenzahlungen drohen. Mit dem Konstruktionsmangel der betroffenen Fahrzeuge werden laut GM Unfälle mit 13 Toten in Verbindung gebracht. Amerikanische Verbraucherschützer vermuten jedoch deutlich höhere Opferzahlen.