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Neuer Mindestlohn verteuert Besuch beim Friseur deutlich

Der Gang zum Friseur wird nach Angaben des Branchenverbandes in Deutschland spürbar teurer werden.

Die Einigung auf einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro bis zum Jahr 2015 im Friseurhandwerk mache diese Entwicklung unumgänglich, sagte der neue Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, Harald Esser, am Montag in Bonn. Auch der Co-Chef von Deutschlands größter Friseurkette, Michael Klier, hatte bereits am Wochenende angekündigt, Herrenhaarschnitte für weniger als 20 Euro werde es künftig nicht mehr geben. Der Hauptgeschäftsführer des Friseurverbandes, Rainer Röhr, stimmte Klier jetzt zu: „Das ist sicher realistisch, dass sich die Preise dahin entwickeln müssen.“

50 Prozent der Kosten im Friseurhandwerk seien Personalkosten. In den neuen Ländern seien teils unter vier Euro pro Stunde gezahlt worden, sagte Röhr. Wenn jetzt bis 2015 der Stundenlohn praktisch verdoppelt werde, dann sei klar, dass sich das stark auswirken müsse. „Insofern hat Herr Klier recht.“ Die Entwicklung sei unumgänglich. Personal müsse ja auch vorgehalten werden, wenn kein Kunde da sei. Im Friseurhandwerk werde der Anteil dieses Leerlaufs im Schnitt mit 30 Prozent kalkuliert. Daher sei es realistisch, dass sich die Preise entsprechend entwickeln müssten.

Sorgen macht dem Verband laut Röhr der Trend zum Klein- und Kleinstbetrieb. Die Zahl der Friseursalons sei 2013 auf 80.000 angewachsen. Allerdings liege der Anteil sogenannter Mikrobetriebe bei rund 30 Prozent. Dabei handelt es sich nach Definition des Verbandes um Salons, die keine Mitarbeiter beschäftigen, keinen Nachwuchs ausbilden und unterhalb eines Jahresumsatzes von 17.500 Euro liegen. Das habe zur Folge, dass sie keine Umsatzsteuer abführen müssten und so einen Preisvorteil von 19 Prozent hätten. Der Verband kritisiert, dass eine massenhafte und unfaire Konkurrenz entstanden sei.