Internet

Schnelles Netz für schnelle Züge

Deutsche Bahn plant Hotspots in allen ICE. Smartphone-Apps zeigen Informationen dann in Echtzeit

Noch in diesem Jahr soll im kompletten ICE-Kernnetz der Deutschen Bahn Internetempfang per Hotspot möglich sein. Das kündigte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Dienstag in Berlin an. Ferner sollen die WLAN-Netze auf den 24 größten Bahnhöfen erneuert werden. Smartphone-Apps sollen Fahrgäste mit Echtzeit-Informationen versorgen. Wie Grube sagte, sollen alle 255 ICE-Züge der Bahn bis Ende 2014 zu rollenden Hotspots werden. Bislang seien bereits 200 Züge mit der neuen Technik ausgestattet. Auch die 770 Intercity-Waggons erhalten Verstärker für besseren Mobilfunkempfang. Damit sollen unterbrechungsfreie Sprachtelefonie und Netznutzung möglich werden.

„Online ist heute schon mit einem Anteil von mehr als 31 Prozent der stärkste Vertriebskanal“, sagte Grube. Im Fernverkehr werde jede zweite Fahrkarte mobil oder per App verkauft. Die Verkaufszahlen seien gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent gestiegen. Monatlich seien es mehr als 380.000 Handy-Tickets. Der DB Navigator sei eine der beliebtesten deutschen Apps für iOS und Android. „Er wurde bereits über 13 Millionen Mal heruntergeladen“, sagte Grube. Und monatlich würden 67 Millionen Fahrplanauskünfte abgerufen.

Grube stellte die neue App Zugradar vor, die nach dem Start als Web-App nun auch als Smartphone-App erhältlich ist. Das Programm bietet Reisenden Echtzeit-Informationen über Streckenverläufe und Verspätungen von Zügen.

Bei der Auswahl der passenden Mobilitätsbausteine hilft das auf Initiative der Deutschen Bahn entwickelte Netzportal www.qixxit.de. Es ermöglicht eine Reiseplanung von Tür zu Tür. Qixxit verknüpft Verkehrsmittel und erstellt Reiseketten von der Start- zur Zieladresse. Dazu gehören Mietwagen, Fernbusse, öffentlicher Personennahverkehr und Car-Sharing-Anbieter sowie der Nah- und Fernverkehr der Bahn und das Flugzeug. Qixxit solle ab 17. Juni auch als iPhone-App verfügbar sein. Sie sei aufgrund der Echtzeit-Verkehrsdaten in der Lage, auf Störungen zu reagieren und Verbindungsalternativen anzubieten.

In Richtung der Deutschen Telekom, die strategischer Partner der Deutschen Bahn und Betreiber des Hotspot-Systems in den Zügen ist, sagte Grube: „Wir sind aktuell noch nicht mit der Qualität und der Stabilität im Zug zufrieden.“ Die Erwartungen der Kunden würden noch nicht erfüllt. Er versprach, die Telekom habe Netzqualität auf stabilem Niveau bis Ende des Jahres zugesagt.

Zur Ausstattung der Regionalzüge mit Internet sagte Grube, hier sei die Deutsche Bahn von den regionalen Auftraggebern abhängig. Sie würden die Leistungen festlegen. Ein neues Zugportal soll nach den Worten des Bahn-Chefs das Reisen informativer machen. Geplant sei ein Entertainmentprogramm mit Filmen, Nachrichten und Reiseinformationen. Es solle im Juni starten.