Arbeitsmarkt

Behörde schickt mehr Arbeitslose zum Psychologen

Die Bundesagentur für Arbeit schickt Medienberichten zufolge immer mehr Arbeitslose zum Psychologen, um ihre Eignung und Fähigkeiten etwa vor Beginn einer Umschulung oder Weiterbildung begutachten zu lassen.

Die Zahl verpflichtender psychologischer Begutachtungen sei im vergangenen Jahr auf 106.300 gestiegen; 2012 seien es noch 95.000 gewesen, berichtete die „Passauer Neue Presse“ am Sonnabend unter Berufung auf eine Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken.

57.400 Langzeitarbeitslose und 48.900 Bezieher von Arbeitslosengeld I hätten 2013 einen psychologischen Test absolviert, zitierte die Zeitung aus der Regierungsantwort. Laut der Bundesagentur für Arbeit sei vor allem die Zahl der Tests bei Beziehern von Arbeitslosengeld I gestiegen; dies stehe mit dem Programm „Erstausbildung junger Erwachsener“ für Männer und Frauen über 25 Jahre ohne Berufsabschluss in Zusammenhang.

Die Linkspartei kritisierte die verpflichtende Begutachtung der Arbeitslosen durch den Berufspsychologischen Dienst der Arbeitsagenturen als „Unding“. Die Jobcenter „sollen Jobs vermitteln und keine Seelenklempner“, sagte Fraktionsvize Klaus Ernst der Zeitung. Die Praxis müsse geändert werden; derartige Tests dürften nur freiwillig erfolgen, forderte Ernst.