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Logistik: Deutsche Post will im Online-Handel zulegen ++ Fahrzeuge: Wohl mehr als 13 Tote bei GM-Pannenserie ++ Kernenergie: Ländern droht Zwang zur Atommüll-Zwischenlagerung ++ Langzeitarbeitslose: Bundesagentur macht Hoffnung auf Beschäftigung

Deutsche Post will im Online-Handel zulegen

Die Deutsche Post strebt eine Führungsrolle im internationalen Online-Handel an. „Wir wollen auf globaler Ebene der führende Anbieter für eCommerce-Logistik auf den attraktivsten Handelsrouten werden“, sagte Vorstandschef Frank Appel der „Euro am Sonntag“. Er setzt auf die eigene Kraft des Unternehmens, schließt aber auch Übernahmen nicht aus: „Unser Fokus liegt klar auf organischem Wachstum“, sagte Appel. „Gleichwohl sind kleinere Zukäufe, die unser Kompetenzprofil abrunden, immer möglich.“ Vor der Hauptversammlung an diesem Dienstag bekräftigte der Post-Chef die Dividendenpolitik: Zwischen 40 und 60 Prozent des Konzernergebnisses sollen ausgeschüttet werden.

Wohl mehr als 13 Tote bei GM-Pannenserie

Wegen fehlerhafter Zündschlösser bei Fahrzeugen der Opel-Mutter GM sind offenbar mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang bekannt. Die endgültige Zahl sei ihr zwar nicht bekannt, erklärte die US-Verkehrsaufsicht NHTSA auf Anfrage. „Wir halten es aber für wahrscheinlich, dass mehr als 13 Menschen ihr Leben verloren haben.“ Verbraucherschützer sprechen seit Monaten von bis zu 300 Todesopfern in Folge des Zündschloss-Defekts. Bei den Autos kann die Zündung auch bei hohem Tempo unvermittelt in einen Modus springen, bei dem sich Motor und elektrische Systeme abschalten. Auch die Airbags funktionieren dann nicht mehr.

Ländern droht Zwang zur Atommüll-Zwischenlagerung

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will notfalls per Weisung ein unwilliges Bundesland dazu zwingen, Castor-Behälter mit Atommüll zwischenzulagern. „Atomrechtlich wären wir in der Lage, einen Standort zu bestimmen“, sagte sie der „Wirtschaftswoche“. „Die Schwierigkeit ist noch, neben Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein ein drittes Bundesland zu finden, das Castor-Behälter zwischenlagert“, erläuterte Hendricks. Ab 2015 werden deutsche Atomabfälle von der Wiederaufarbeitung aus Frankreich und Großbritannien zurückkommen und müssen zwischengelagert werden, bis ein endgültiger Standort zur Verfügung steht.

Bundesagentur macht Hoffnung auf Beschäftigung

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) macht Hunderttausenden von Langzeitarbeitslosen Hoffnung auf eine Beschäftigung in den nächsten Jahren. „Ich würde uns zutrauen, die derzeit eine Million Langzeitarbeitslosen in dieser Legislaturperiode um ein Drittel zu reduzieren“, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der „Rheinischen Post“. Das Ziel könnte mit besserer Beratung, stärkerer Integrationsarbeit und größerer Arbeitgebernähe erreicht werden, sagte Alt. Wichtig seien zudem ein intelligenterer Einsatz der Arbeitsmarktinstrumente und eine bessere Einbindung sozialer Dienste der Kommunen. Voraussetzung sei aber auch, dass die gute Lage am Arbeitsmarkt erhalten bleibe.