Lebensmittel

Stiftung Warentest lobt Hoeneß-Wurst

Sieger im Vergleich der Grillwaren ist aber ein Bio-Produkt. Experten haben wenig auszusetzen. Auch die Qualität der Zutaten ist gut

Als Uli Hoeneß vom Arztbesuch in München kam, trug eine Praxishelferin beim Herausgehen seine Arztbriefe. Es ist nicht bekannt, ob der frühere Präsident des FC Bayern sich noch einmal ärztlich untersuchen lassen wollte, bevor er ins Gefängnis gehen wird. Möglicherweise gönnt sich Hoeneß vorher noch einen Abschiedsabend mit ein paar Freunden bei Weißbier und Grillwurst. Auf dem Rost liegen dann wahrscheinlich Würste aus der eigenen Fabrik, denn zumindest in dem Teil seines Arbeitslebens hat Unternehmer Hoeneß bislang vieles richtig gemacht: Im aktuellen Heft der Stiftung Warentest geht seine Bratwurst als Vizemeister hervor. Sieger bei den Berliner Warentestern ist ein Bioprodukt. Neben der Wurst aus dem Unternehmen von Uli Hoeneß erhalten weitere 14 von 20 Bratwürsten das Urteil „gut“, darunter sind auch zwei Geflügelbratwürste. Dagegen sind vier Produkte nur „befriedigend“.

Die Siegerwurst stammt von der Biokette Alnatura. Die Tester loben den „vielschichtigen Geschmack, die leichte Schärfe und deutlich mehr Muskelfleisch, als es die Mindeststandards für Bratwurst fordern“. Die Bratwurst kostet 1,40 Euro je 100 Gramm. Auf den Plätzen zwei und drei landen Nürnberger Rostbratwürste von Howe für 72 Cent und Schlütter’s Echte für 95 Cent.

Howe heißt die Fabrik von Hoeneß. Diese Angebote sind zwar deutlich günstiger, enthalten aber laut Warentest auch mehr Fett. Das am besten bewertete Produkt unter den Thüringer Bratwürsten ist Die Thüringer für 55 Cent je 100 Gramm. Sämtliche Würste sind aus Schweinefleisch.

Bei Geflügelwürsten hebt Warentest die Bruzzler von Wiesenhof für 88 Cent heraus. Doch generell haben die Tester an den Würsten wenig auszusetzen: Nahezu alle geprüften Bratwürste übersteigen nach dem Urteil die gesetzlichen Mindestanforderungen deutlich. Zudem ist die Wurstmasse der Produkte laut dem Testbericht „überdurchschnittlich hochwertig“.

Keine einzige Bratwurst zeigt „Verderbnisanzeichen“. Außerdem fanden sich nach Aussage der Tester keine wiederverwerteten Wurstreste in den Produkten. Auch Knorpelteilchen sind kaum auszumachen, sagen die Experten. Die Wurstfabrik von Hoeneß mit dem Namen Howe ist einer von vier großen Herstellern von Nürnberger Rostbratwürsten in Nürnberg. Die Produkte gehen in die Gastronomie wie auch in den Lebensmitteleinzelhandel etwa beim Discounter Aldi. Hoeneß hatte die Firma im Jahr 1985 zusammen mit dem Metzgermeister Werner Weiß gegründet. Das Unternehmen beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter, an jedem Arbeitstag stellen sie vier Millionen Rostbratwürste her. Umsatzzahlen werden nicht veröffentlicht. Geleitet wird die Fabrik von Hoeneß’ Sohn Florian.

Die gemeinnützige Stiftung Warentest schreibt nach einem Verlustjahr wieder schwarze Zahlen. Ein Grund dafür ist das stärkere Geschäft mit Internetangeboten. Aber auch die monatlich erscheinenden Zeitschriften „Test“ und „Finanztest“ steigerten die Einnahmen trotz weiter sinkender Auflage, wie Stiftungsvorstand Hubertus Primus am Donnerstag in Berlin sagte.

Beim Magazin „Test“ habe sich der überraschend gute Verkauf am Kiosk ausgewirkt – ein Plus um acht Prozent auf 64.000 Exemplare. Für „Finanztest“ wurde der Preis im April 2013 erhöht, was ebenso den Umsatz erhöhte. Insgesamt sank die durchschnittliche Verkaufszahl von „Test“ verglichen mit dem Vorjahr um 7000 auf 455.000 und jene von „Finanztest“ um 5000 auf 229.000.

Geld für Finanztests

Der Umsatz der Stiftung Warentest stieg 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent oder 985.000 Euro auf 40,5 Millionen Euro. Aus dem Stiftungskapital wurden vier Millionen Euro zugeschossen, 500.000 Euro mehr als 2012. Hinzu kamen laut Jahresbericht größere Einsparungen bei den Herstellungskosten (minus 600.000 Euro) und bei Marketing (minus 400.000 Euro). Unterm Strich stand ein Jahresergebnis von plus 1,0 Millionen Euro nach einem Minus von 1,1 Millionen im Jahr zuvor.

Erstmals erhielt die Stiftung vom Verbraucherschutzministerium 1,5 Millionen Euro extra für zusätzliche Tests von Finanzprodukten. Dafür seien sieben neue Mitarbeiter eingestellt und Produktinformationsblätter für Kapitalanlagen untersucht worden, berichtete Primus. Die Internetangebote – Abonnements oder Einzelabrufe von Testergebnissen – brachten einen Umsatz von 3,4 Millionen Euro, das waren 700.000 Euro mehr als 2012.

Den ausführlichen Test finden Sie bei der Stiftung Warentest unter www.test.de