Fluggesellschaften

Herrscherhaus gibt Air-Berlin-Partner Etihad neuen Kredit

Das Herrscherhaus des Golf-Emirats Abu Dhabi hat der eigenen Airline Etihad einem Medienbericht zufolge mit einem zinslosen Kredit über drei Milliarden Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) unter die Arme gegriffen.

Das Darlehen müsse erst ab 2027 zurückgezahlt werden, berichtete die Zeitung „Australian Financial Review“ am Donnerstag unter Verweis auf Unterlagen, die 2011 für Investoren erstellt worden seien. Etihad, größter und wichtigster Partner der Fluggesellschaft Air Berlin, wollte sich dazu vorerst nicht äußern. Nach Angaben der Zeitung kursiert das Dokument bereits seit längerem in den Chefetagen von Etihad-Konkurrenten wie Emirates oder Qantas und wurde dem Blatt nun von einem Brancheninsider zugespielt.

Der aggressive Wachstumskurs von Etihad wird in Australien kontrovers diskutiert. Die Fluglinie vom Persischen Golf ist dort größter Gesellschafter von Virgin Australia – einer Airline, die sich mit Marktführer Qantas einen harten Kampf um Fluggäste liefert. Qantas beschwert sich darüber seit längerem und wirft Virgin vor, von Subventionen aus Abu Dhabi zu profitieren – eine Aussage, die das Management von Etihad wiederholt dementiert hat.

Auch in Europa stößt Etihad auf Widerstand. Hier ist die Fluglinie unter anderem größter Gesellschafter des angeschlagenen Lufthansa-Rivalen Air Berlin. Etihad hält Air Berlin seit dem Einstieg 2011 mit Geldspritzen und Sachleistungen – wie neuen Flugzeugsitzen – über Wasser. Weitere 300 Millionen Euro wurden jüngst noch nachgeschossen. Die EU-Kommission kündigte deshalb Anfang April dieses Jahres bereits an, den Einfluss von Etihad auf die Berliner genau unter die Lupe zu nehmen. Zudem verhandeln die Araber bereits seit einigen Monaten über einen Einstieg im großen Stil bei der angeschlagenen italienischen Krisen-Airline Alitalia.