Zahlungsverkehr

Sparkassen attackieren Google: „Gefahr für freien Wettbewerb“

Die Sparkassen sagen Google und anderen branchenfremden Anbietern beim Vorstoß in die Finanzbrache den Kampf an.

„Im vermeintlich kostenlosen Zahlungsverkehr dieser neuen Anbieter zahlen Kunden mit ihren Daten und liefern sich damit einer umfassenden Ausforschung aus“, sagte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon am Donnerstag auf einer Branchenkonferenz in Berlin. Die Sparkassen wollten deshalb eine grundlegende Auseinandersetzung mit Google und Co. suchen „und uns dabei durch Datensicherheit unterscheiden“, sagte er.

Google wachse immer stärker in eine markbeherrschende Stellung, indem der Konzern Kundendaten unterschiedlicher Lebensbereiche miteinander vernetze. Das sei „eine Gefahr für den freien Wettbewerb und die Selbstbestimmung der Kunden“, warnte Fahrenschon. Die Politik müsse die Kunden vor dieser Ausforschung schützen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte jüngst erklärt, sein Ministerium beobachte, ob Unternehmen wie Google ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchten. Als letztes Mittel brachte der SPD-Chef eine Entflechtung des Internet-Giganten ins Spiel, wie sie bei Strom- und Gasnetzen durchgesetzt worden sei.

Internetkonzerne wie Google und die Ebay -Tochter Paypal machen Banken seit einiger Zeit im Zahlungsverkehr Konkurrenz. Auch Facebook drängt Medienberichten zufolge in den Finanzmarkt und hat laut „Financial Times“ eine Banklizenz in Irland beantragt. Datenschützer und manche Politiker sehen den Vorstoß der neuen Anbieter kritisch und warnen vor einer Ausspähung der Kundenkonten. Rückendeckung bekamen Google-Kritiker vom Europäischen Gerichtshof: Der Konzern muss unter bestimmten Umständen Verweise auf Internetseiten mit persönlichen Daten aus der Liste der Suchergebnisse löschen.