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Alstom-Übernahme: Gewerkschaft stellt Siemens Bedingungen

Der Siemens-Betriebsrat fordert bei einer Übernahme des französischen Elektrokonzerns Alstom den Erhalt der Arbeitsplätze.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitierte Siemens-Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn mit den Worten, der angestrebte Tausch der Alstom-Energietechnik gegen die Siemens-Bahnsparte sei „nur dann sinnvoll, wenn eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens und der Erhalt von Arbeitsplätzen garantiert sind“. IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner, der wie Steinborn im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt, forderte, dass in keinem der beiden Länder Jobs wegfallen dürften. Bei einem bundesweiten Aktionstag am Freitag wollen die Gewerkschaften mit den Siemens-Beschäftigten über den geplanten Umbau diskutieren. Unabhängig von den Alstom-Plänen will Siemens-Chef Joe Kaeser den Konzern umstrukturieren und weltweit bis zu 10.000 Stellen streichen, vor allem in der Verwaltung.

Im Bieterkampf mit General Electric um Alstom könnte Siemens Insidern zufolge bereits diese Woche ein offizielles Angebot vorlegen. Siemens arbeite intensiv an der Verbesserung seiner Offerte, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Für die Energiesparte der Franzosen, die für rund drei Viertel des Konzerngeschäfts steht, hat auch der US-Rivale General Electric ein Angebot vorgelegt. Die Amerikaner stoßen mit ihrer 12,35 Milliarden Euro schweren Offerte aber auf Widerstand in der französischen Regierung, die Jobs in Gefahr sieht und Siemens als Nothelfer ins Spiel gebracht hat. Mittlerweile sei Siemens bereit, im Tausch für das Energiegeschäft von Alstom die gesamte Zugsparte abzugeben, wie die Insider weiter berichteten. Damit würde nicht nur die Produktion von ICE-Zügen an den Hersteller der TGV-Züge gehen, sondern auch der Bau von U- oder Stadtbahnen bei Alstom landen.