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Frankreich dringt auf Angebot von Siemens für Alstom

Frankreichs Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg lehnt das Angebot von General Electric (GE) für Alstom klar ab.

„Die GE-Offerte ist kein Angebot einer Allianz, sondern einer Übernahme – ein Angebot, das zur dauerhaften Schwächung der verbleibenden Alstom-Transportsparte führen würde“, sagte der Minister der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der deutsche Elektrokonzern und der US-Rivale GE liefern sich ein Übernahmegefecht um den französischen Hersteller von Kraftwerkstechnik und Hochgeschwindigkeitszügen.

Der Verwaltungsrat des französischen Konzerns hatte den Alstom-Aktionären eine bindende Offerte von GE, die allerdings nur für die Energiesparte war, empfohlen und das Angebot der Amerikaner damit vorgezogen. Entschieden ist das Rennen aber noch nicht. Die Schwächung der Alstom-Transportsparte wird nach Darstellung von Montebourg von allen großen Alstom-Auftraggebern gesehen, wenn GE der Einstieg bei Alstom gelänge. Auch die französische Bahn SNCF hätte dies bestätigt. „Siemens dagegen setzt auf eine Allianz im Transport unter französischer Führung und in der Energie unter deutscher Führung. Die Entscheidungszentren blieben in Frankreich“, sagte der Minister der Zeitung.

Der Minister lobt den „rheinischen Kapitalismus“. Er sei für die französische Regierung „viel interessanter“, weil er dem Staat, den Gewerkschaften und den Gebietskörperschaften Mitspracherechte einräume. Siemens wollte die Äußerungen nicht kommentieren. Konzernchef Joe Kaeser hatte aber am Vortag „ernsthaftes“ Interesse an Alstom geäußert. Sonst hätte der Vorstand seine Zeit nicht für den Einstieg in das mögliche Wettbieten mit General Electric investiert, erklärte Kaeser bei der Vorstellung der neuen Konzernstrategie in Berlin. Siemens wird grundlegend umgebaut: Die Sektorenstruktur wird aufgelöst, die Zahl der Divisionen reduziert und die Medizintechnik verselbstständigt.