Investition

Lieferheld heizt den Preiskampf der Pizza-Portale an

Im Wettrüsten der Lieferdienstportale hat der Berliner Anbieter Delivery Hero (Lieferheld) 85 Millionen Dollar (62 Millionen Euro) von einem bislang ungenannten US-Wagnisfinanzierer erhalten, um im umkämpften Markt der Pizza-Portale wieder anzugreifen.

Mit der Summe haben Investoren seit der Gründung 2010 insgesamt mehr als 285 Millionen Dollar in das Unternehmen gepumpt, zuletzt im Januar mehr als 88 Millionen Dollar.

Mit der Kapitalspritze kündigte Lieferheld auch Rabatte und eine Werbekampagne im Millionenwert für Deutschland an. Das Unternehmen reagiert damit auf die Übernahme des Berliner Konkurrenten Lieferando durch den niederländischen Anbieter Takeaway.com (Lieferservice.de) zu Monatsanfang, die eine neue Runde im deutschen Pizza-Krieg eingeläutet hat. Marktführer in Deutschland ist noch pizza.de, dahinter liefern sich Lieferando/Takeaway und Lieferheld ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im deutschen Markt mischt auch noch Foodpanda mit, ein internationaler Lieferdienst aus dem Imperium von Rocket Internet der Berliner Samwer-Brüder.

Die Lieferdienstportale setzen darauf, dass immer mehr Menschen Essen über das Internet statt per Telefon bestellen. Die Portale listen Restaurants und Lieferdienste in der Umgebung auf, bei denen die Kunden dann online bestellen können. Für die Vermittlung zahlen die Restaurantbetreiber eine Provision. Das Geschäft gilt als lukrativ.

Weil sich das Geschäftsmodell aber nicht wesentlich unterscheidet, müssen die Anbieter in Spitzentechnologie und Restaurantakquise investieren, um schnellstmöglich eine Vielzahl von Kunden gewinnen und damit Vorteile gegenüber den Rivalen erringen zu können. Oder sie kaufen Konkurrenten dazu. Das alles verschlingt viel Geld, das die Unternehmen bislang vor allem von Wagnisfinanzierern erhalten.

Delivery Hero ist in insgesamt 14 Ländern aktiv, darunter Deutschland, Großbritannien, Schweden, Südkorea, China und Indien, und beschäftigt 700 Mitarbeiter. Mehr als 340 davon arbeiten in der Berliner Zentrale in der Mohrenstraße. Das Unternehmen sieht sich mit sechs Millionen Kunden im vergangenen Jahr als Weltmarktführer.