Fluggesellschaft

Bundesregierung überprüft Eigentümerstruktur bei Air Berlin

Die Bundesregierung nimmt auf Drängen der EU genau unter die Lupe, wer bei der angeschlagenen Fluglinie Air Berlin künftig das Sagen hat. Es sei ein Schreiben von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas eingegangen, in dem dieser Aufschluss über etwaige Änderungen in der Eigentümerstruktur verlange, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Verkehrsministeriums. „Darin wird eine Überprüfung der Unternehmensstruktur gefordert.“ Es gehe um die Frage, ob diese Strukturen noch die Bedingungen erfüllen, um Air Berlin die Betriebsgenehmigung als europäische beziehungsweise deutsche Fluggesellschaft zu sichern.

Eine Bewertung etwaiger Änderungen der Eigentümer, wie etwa eine Aufstockung des Air-Berlin-Großaktionärs Etihad, wollte der Ministeriumssprecher nicht vornehmen. „Da liegt der Ball im Moment im Feld des Unternehmens“, sagte er. Wenn es konkrete Entscheidungen gebe, müsse das Luftfahrtbundesamt als Aufsichtsbehörde informiert werden. Nach den Regeln für die europäische Luftverkehrsbranche müssen Unternehmen mehrheitlich in europäischer Hand sein, um ihre Anflugrechte abzusichern.

Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer stimmte die Mitarbeiter auf grundlegende Veränderungen ein. Angesichts der Spekulationen über die wirtschaftliche Zukunft der schwer angeschlagenen Airline schrieb er in der Mitarbeiterzeitung, dass der Vorstand die Initiativen zur Wende der schlechten Geschäfte „konsequent fortführen und beschleunigen“ und in Zukunft auch „strukturelle Verbesserungen im Geschäft in unsere Überlegungen einbeziehen“ werde. Air Berlin verdiene seit Jahren unterm Strich kein Geld im operativen Geschäft. Er forderte die Mitarbeiter auf, sich nicht durch die Diskussion der letzten Wochen verunsichern zu lassen. Air Berlin werde wie geplant in den kommenden Wochen sein Streckennetz weiter ausbauen. Zudem verwies Prock-Schauer auf die erfolgreich Zusammenarbeit mit Etihad Airways.