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Zwei Größen der Spielebranche zieht es nach Berlin

King Digital und Kabam investieren in der Stadt

Die Hauptstadt entwickelt sich zu einem Zentrum der Computerspiele-Industrie. Gleich zwei Branchenriesen kündigten jetzt Großinvestitionen an. So will der Entwickler des beliebten Smartphone-Spieles „Candy Crush“, King Digital, ein eigenes Entwicklerstudio in Berlin starten. Der US-Rivale Kabam, der unter anderem die Handyspiel-Adaption des Fantasy-Films „Der Hobbit“ entwickelt hat, baut an der Greifswalder Straße seine Europazentrale auf. 150 Arbeitsplätze sollen bis Jahresende entstehen.

Berlin profitiert vom tiefgreifenden Wandel in der Computerspiele-Industrie. Wer heute spielen will, braucht keine hochgerüsteten Rechner oder kostspielige Konsolen mehr. Spiele werden zunehmend aus dem Internet geladen – oder gleich komplett Online gespielt. Und das immer öfter auf mobilen Geräten. Das treibt bereits die Geschäfte der Berliner Entwickler Wooga und Gameduell an. Spielevermarkter wie Hitfox oder Crobo vermelden regelmäßig Wachstumssprünge. Die Unternehmen sind allesamt profitabel. Der Erfolg zieht die internationale Konkurrenz in die deutsche Hauptstadt, zumal die auch das Ziel von Programmierern und Entwicklern aus aller Welt ist. „Berlin ist ein Zentrum für kreative Spieleentwickler und neue Talente. Wir sind uns sicher, dass Gabriel ein erfolgreiches Studio dort aufbauen wird“, sagte Fredrik Åhlberg, bei King Senior Vice President of Game Studios. Details nannte das Unternehmen bislang nicht.

150 neue Jobs

Kings „Candy Crush Saga“ ist weltweit mehr als 500 Millionen Mal heruntergeladen worden; täglich hat es mehr als 120 Millionen Spieler. Ende März war das Unternehmen in New York an die Börse gegangen. Wie der Spieleproduzent am Montag mitteilte, werde der frühere Bigpoint- und RTL-Manager Gabriel Hacker für Aufbau und Management des Berliner Teams zuständig sein.

Konkurrent Kabam kündigte an, sein neues Büro an der Greifswalder Straße mit anfangs 80 Mitarbeitern zu starten, bis Jahresende sollen es 150 sein. Im vergangenen Jahr hatte der US-Entwickler bereits eine Niederlassung mit 50 Mitarbeitern eröffnet, weltweit beschäftigt das Unternehmen derzeit 800 Mitarbeiter. Kabam ist einer der großen Entwickler von Spielen für Smartphones weltweit. Bekannt ist das Unternehmen zum Beispiel für die Spiele „Der Hobbit: Königreiche von Mittelerde“, „Kingdom of Camelot: Eroberung des Nordens“ und „Fast & Furious 6: Das Spiel“. 2013 verdoppelte das vor vier Jahren gegründete Unternehmen seinen Umsatz auf mehr als 360 Millionen Dollar. Für dieses Jahr erwartet Kabam 550 bis 650 Millionen Dollar. An Kabam sind unter anderem das Filmstudio Warner Bros. und der Suchmaschinenkonzern Google beteiligt.

Von Berlin aus steuert das Unternehmen seine europäischen Geschäfte. „Berlin ist eine lebendige Hightech-Weltstadt und bietet Arbeitskräfte aus zahlreichen Ländern – ideal zur Erweiterung von Kabams europäischen Games-Support,“ so Andrew Sheppard, Präsident der Kabam Studios.