Gesundheit

Moderater Alkoholkonsum hilft beim Erfolg im Beruf

In Vino Veritas, im Wein liegt die Wahrheit, hieß es schon im alten Rom. Das geflügelte Wort hat nun auch Eingang in die Arbeitsmarkttheorie gefunden.

Die Ökonomen Björn Frank, Justus Haucap und Annika Herr von der Universität Düsseldorf behaupten in einem Papier, dass moderater Alkoholkonsum den beruflichen Erfolg steigert. Wohl dosiert, argumentieren die Wissenschaftler, kann Alkohol als eine Art Wahrheitsbeschleuniger fungieren.

Der Hintergrund: In der Spieltheorie verhandeln zwei Akteure über ein bestimmtes Gut. Das Problem ist aber, dass man oft nicht genug Informationen über den anderen hat. Der Arbeitgeber etwa muss herausfinden, ob der Bewerber qualifiziert ist. Und der Kandidat muss wissen, ob der Vorgesetzte ein fairer Chef ist. Vertrauen ist die wichtigste Währung in der Wirtschaft. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie Alkoholkonsum mit dem Vertrauen korreliert. Dafür griffen sie auf Daten der „World Value Survey“ zurück.

Die Analyse ergab, dass mit steigendem moderatem Alkoholkonsum das Vertrauen innerhalb der Gesellschaft signifikant zunimmt. Als Erklärung für diese Korrelation machen die Forscher das Phänomen des Social Drinking aus. Gemeinsames Trinken ist eine Möglichkeit, dem anderen zu signalisieren, dass man ein kooperativer, produktiver Geschäftspartner ist. „Alkoholkonsum lässt Leute tendenziell (unwillentlich) die Wahrheit sagen. Folglich kann Social Drinking als ein Signal in sozialen Kontaktspielen dienen“, so die Autoren. Beim Feierabendbier gibt man Informationen über sich und seinen Charakter preis, die für das Geschäftsgebaren von Bedeutung sein können. Alkohol hat sich in westlichen Ländern als eine Art soziale Norm etabliert. Wer diese Norm praktiziert, kann sich ein Netzwerk aufbauen, mit dem man auf der Karriereleiter aufsteigt.