Kriminalität

Unternehmen kämpfen gegen deutsche Produktpiraten

Deutschlands Maschinenbauer leiden unter Produktpiraterie. Fast drei Viertel der Unternehmen haben mit Fälschungen zu kämpfen, berichtet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Rande der Hannover Messe

. Der dadurch verursachte Schaden summierte sich 2013 auf 7,9 Milliarden Euro. Das hat Folgen auf die Zahl der Beschäftigten: Ein Umsatz dieser Größenordnung würde in der Branche rund 38.000 Arbeitsplätze sichern.

VDMA-Präsident Reinhold Festge spricht dementsprechend von einer Schattenwirtschaft, die sich im Maschinenbau mittlerweile gebildet habe. Deutschland sei dabei nicht nur Opfer. Zwar ist China unangefochtener Plagiatsweltmeister: Mehr als 70 Prozent der 340 befragten Unternehmen nannten die Volksrepublik als Ursprungsland für Kopien ihrer Maschinen. Deutschland aber liegt auf Platz 2 in der Fälscher-Statistik. Knapp ein Viertel der Unternehmen nannte die Bundesrepublik als Herkunftsland. Dabei geht es um Nachbauten von Komponenten, Ersatzteilen und ganzen Maschinen.

Während Plagiate aus China häufig von minderer Qualität seien, könnten die Fälschungen deutschen Ursprungs als Hightech-Plagiate bezeichnet werden, sagt Steffen Zimmermann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz im VDMA. Auf weiteren Plätzen stehen die Türkei und Indien. Am häufigsten von Fälschungen betroffen sind Holzbearbeitungs- und Textilmaschinen, Landtechnik, Pumpen sowie Verpackungsmaschinen. Als Plagiator tritt dabei in den meisten Fällen ein Wettbewerber auf.

41 Prozent der befragten Firmen ergreifen aber selbst im Plagiatsfall keine Maßnahmen, so die Untersuchung. Die Firmen seien zu sorglos und zu geizig, denn Know-how-Schutz kostet Geld. Der VDMA will den stark mittelständisch geprägten Maschinenbau nun weiter sensibilisieren.