Online-Unternehmen

Bei Zalando ziehen Arbeitnehmer in den Aufsichtsrat ein

Der Berliner Online-Modehändler Zalando will seine Rechtsform ändern und zur Europäischen Aktiengesellschaft (SE) werden.

Das sei die modernste Rechtsform und ideal für ein junges Online-Unternehmen, sagte ein Zalando-Sprecher am Wochenende. Die Umbildung zur Aktiengesellschaft vor mehreren Monaten sei ein notwendiger Zwischenschritt gewesen. Rechtlich könne der Weg zur SE aber noch einige Monate dauern.

„Im Rahmen der Umwandlung werden dann auch Arbeitnehmervertreter in den Zalando-Aufsichtsrat einziehen“, sagte Vorstand Rubin Ritter der „Wirtschaftswoche“. Die neue Rechtsform zeige vor allem den europaweiten Charakter des Unternehmens, dessen Umsatz 2013 um mehr als 50 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gestiegen war. „Über die Hälfte des Umsatzes erzielen wir mittlerweile im Ausland“, sagte Ritter, einer von insgesamt drei Vorständen. Der Modeversender ist in 14 Ländern aktiv. Allein in den letzten zwei Jahren kamen unter anderem alle skandinavischen Staaten, Spanien, Polen, Belgien und Luxemburg hinzu.

Ein Börsengang sei allerdings kein Automatismus, sondern eine Option. „Ein Börsengang kann irgendwann kommen und wäre dann ein positiver Schritt für Zalando“, sagte Ritter. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 5000 Mitarbeiter in Deutschland, mehr als 2000 arbeiten davon in der Berliner Zentrale und dem Logistikzentrum in Brieselang. Die Zahl der aktiven Kunden war 2013 von neun auf 13 Millionen gestiegen. 2014 will Zalando dem Bericht zufolge vor allem den Verkauf über Smartphones und Tablets ausbauen und bestehende Märkte im Ausland weiterentwickeln. Spannend sei besonders Südeuropa, dort gebe es noch viel Wachstumspotenzial.