Ermittlungen

Volkswagen droht Bußgeld wegen Korruptionsvorwürfen

Volkswagen und der Fußball, das war zuletzt nicht immer eine glückliche Beziehung. In den vergangenen Monaten mussten sich Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und Audi-Chef Rupert Stadler rechtfertigen, warum sie an Uli Hoeneß als Aufsichtsratschef des FC Bayern München festhielten. Gleichzeitig verteidigte sich Europas größter Autobauer gegen den Verdacht, Lieferanten des Unternehmens in Sponsoringverträge mit dem VfL Wolfsburg gezwungen zu haben.

Doch es könnten bald schon ruhigere Zeiten für Volkswagen anbrechen. Uli Hoeneß hat mittlerweile seine Haftstrafe akzeptiert und auch im Bestechungsfall rund um den VfL Wolfsburg zeichnet sich eine Lösung ab. Das Stuttgarter Landgericht erklärte am Freitag, es werde derzeit mit den Angeklagten darüber verhandelt, das Korruptionsverfahren gegen Geldauflage zu beenden.

In dem Verfahren geht es um einen Vorfall, der nun schon vier Jahre zurückliegt. Manager des Wolfsburger Autokonzerns sollen 2010 Aufträge im Umfang von 345 Millionen Euro an die Deutsche Telekom davon abhängig gemacht haben, dass die Bonner im Gegenzug ihren Sponsoringvertrag mit dem Volkswagen-Werksverein verlängerten. Der Sponsoringvertrag hätte 16 Millionen Euro umfasst. Abgeschlossen wurde er am Ende aber nie, weil die Deutsche Telekom daran kein Interesse hatte.

Es war die Deutsche Telekom selbst, die den Fall publik machte. Das Unternehmen reichte die Erkenntnisse Ende 2010 an die Ermittlungsbehörde weiter. Daraufhin wurden bundesweit mehrere Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht, auch in Wolfsburg. Vor zweieinhalb Jahren erhob die Staatsanwaltschaft Anklage.

Die Anschuldigungen wiegen schwer. Zwei VW-Manager sowie zwei Manager und ein Berater der Telekom-Tochter T-Systems sind wegen Bestechung und Bestechlichkeit angeklagt. Noch weisen sie die Vorwürfe von sich. Nun scheint Volkswagen allerdings bereit zu sein, sich von einem öffentlichen Verfahren freizukaufen. Der Prozess soll gegen eine Geldauflage beendet werden. Volkswagen soll demnach zwei Millionen Euro zahlen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Das Gericht wollte diese Summe nicht bestätigen. Volkswagen und die Deutsche Telekom wollten sich ebenfalls nicht dazu äußern. Beide verwiesen darauf, dass das Verfahren ja noch laufe.

Für Volkswagen hätte die Einigung einen Vorteil: Zwar müsste das Unternehmen zugeben, dass in der Vergangenheit nicht alles mit rechten Dingen zuging. Doch besser als ein öffentlicher Prozess könnte das für den Autohersteller allemal sein.