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Autobranche: Klemmende Gaspedale: Toyota muss Strafe zahlen ++ Preisabsprachen: 370 Millionen Euro Bußgeld für Schaeffler ++ Verlage: Holtzbrinck an insolventer Weltbild interessiert ++ Banken: Französischer Börsenhändler Kerviel muss ins Gefängnis

Klemmende Gaspedale: Toyota muss Strafe zahlen

Toyota muss in den USA für die Vertuschung von Problemen mit klemmenden Gaspedalen büßen: Der japanische Autohersteller einigte sich mit der US-Justiz auf die Zahlung von 1,2 Milliarden Dollar (rund 860 Millionen Euro), im Gegenzug wird das Strafverfahren eingestellt. Es handele sich um die höchste Strafe, die in den USA jemals gegen einen Autokonzern verhängt worden sei, teilte das Justizministerium in Washington am Mittwoch mit. Zwischen 2009 und 2011 hatte Toyota rund zwölf Millionen Autos weltweit zurückgerufen, nachdem Probleme mit klemmenden Gaspedalen mehrere tödliche Unfälle verursacht hatten.

370 Millionen Euro Bußgeld für Schaeffler

Die EU-Kommission hat gegen den Autozulieferer Schaeffler und mehrere andere Firmen wegen verbotener Preisabsprachen bei Kugellagern ein Bußgeld von insgesamt fast einer Milliarde Euro verhängt. Die höchste Strafe entfalle auf Schaeffler mit 370,5 Millionen Euro, teilten die Wettbewerbshüter am Mittwoch in Brüssel mit. Der schwedische Konzern SKF müsse 315,1 Millionen Euro zahlen. Zudem seien mehrere japanische Firmen belangt worden. Das Kartell habe von 2004 bis 2011 Preise abgesprochen. Die EU-Kommission ermittelt seit über zwei Jahren gegen Autozulieferer. Schaeffler hatte bereits 380 Millionen Euro zurückgestellt.

Holtzbrinck an insolventer Weltbild interessiert

Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will den insolventen Buch-Konzern einem Magazinbericht zufolge als Ganzes verkaufen. Zum engeren Favoritenkreis zähle nun die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, berichtete das „Manager Magazin“ am Mittwoch vorab unter Berufung auf Finanzkreise. Geiwitz sucht nach Investoren für das katholische Unternehmen, das seit Jahrzehnten im Buch- und Medienhandel aktiv ist. Mehr als 3500 Beschäftigte bangen bei Weltbild um ihre Jobs. Am Donnerstag will Geiwitz die Belegschaft über den Stand der Sanierung informieren. Konkrete Zahlen zum geplanten Stellenabbau und Filialschließungen nannte er bisher nicht.

Französischer Börsenhändler Kerviel muss ins Gefängnis

Der als Milliardenzocker bekannt gewordene Börsenhändler Jérôme Kerviel muss endgültig ins Gefängnis. Das oberste französische Gericht wies am Mittwoch die Revision des 37-Jährigen in entscheidenden Teilen als unbegründet zurück. Der frühere Mitarbeiter der Pariser Großbank Société Générale muss sich nun darauf einstellen, schon bald hinter Gitter zu kommen. Die Richter hatten es zuvor als erwiesen angesehen, dass Kerviel skrupellos 4,9 Milliarden Euro verzockte. Sie verurteilten ihn zu drei Jahren Haft, zwei weitere wurden zur Bewährung ausgesetzt. Das oberste Gericht entschied jedoch, dass die Verhandlung um die Schadenersatzansprüche neu aufgerollt werden muss.