Verbraucherschutz

Versicherung per App birgt Risiken und ist teuer

Ein Spontantrip in die Sonne, auf Spritztour mit einem fremden Auto – wer flexibel und trotzdem versichert sein will, kann per Handy oder Tablet Kurzzeitpolicen für ein paar Euro abschließen.

Die günstigsten Tarife kosten meist zwischen einem und drei Euro pro Tag. Im Unterschied zu den traditionellen Verträgen sind die Kurzzeitpolicen bequem. „Es sind einfache, nicht erklärungsbedürftige Produkte“, sagt Holger Mardfeldt vom Verband Deutscher Versicherungsmakler.

Die gewünschte App wird auf das Smartphone heruntergeladen, der Schutz ausgewählt, per Klick bestätigt und abgeschickt. Die Bestätigungsmail der Assekuranz aktiviert den Versicherungsschutz. Der Sofortvertrag endet zum vom Kunden festgelegten Zeitpunkt. Diese Vorteile erkennen auch Verbraucherschützer an. Aber: „Für das bisschen Geld ist die Leistung gering und nutzt wenig“, heißt es bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Eine für 2,90 Euro angebotene Wintersportversicherung verspricht zum Beispiel bei Vollinvalidität 50.000 Euro. Gebraucht würden aber mindestens 400.000 Euro, findet Rita Reichardt von der Verbraucherzentrale. Ein für 99 Cent angebotener 48-Stunden-Unfallschutz enthält zwar Krankenhaustagegeld, aber keine Invalidität – der Bund der Versicherten findet das Angebot deshalb „vollkommen unzureichend“.

Generell sei der über Minipolicen gewährte Schutz „nicht so voll umfänglich wie eine Jahrespolice. Das ist preislich nicht darstellbar“, sagt eine Sprecherin des Versicherers HDI. Grund für die geringere Leistung ist der hohe Verwaltungsaufwand. Auf die Nutzer kommen relativ hohe Kosten zu: Der Unfallschutz für zwei Wochen Skiferien beträgt bei 2,90 pro Tag mehr als 40 Euro, 15 Euro pro Person sind für einen zwölf Tage gültigen Last-Minute-Auslandsreisekrankenschutz zu zahlen. Für etwas mehr Geld gebe es Jahrespolicen mit besserer Leistung, sagen Verbraucherschützer.