Bilanz

Gewinneinbruch: Bahn kürzt Dividende

Staatskonzern will weniger Geld an den Bund überweisen. Hochwasserfolgen belasten die Bilanz

Die Deutsche Bahn will wegen eines Gewinneinbruchs weniger Dividende zahlen, als mit dem Bund vereinbart. Statt 525 Millionen Euro sollen nur 200 Millionen Euro vom Staatskonzern fließen, wie aus Unterlagen der Deutschen Bahn hervorgeht. Der Aufsichtsrat muss dem Vorschlag des Vorstands am 26. März noch zustimmen. In der Vergangenheit war die Dividende vorher stets mit dem Bund als Eigentümer abgestimmt. Das scheint diesmal nicht so zu sein: Am Mittwoch beschloss das Kabinett den Entwurf für den Verkehrsetat 2014, daran nichts geändert hat, fehlt der Betrag von 325 Millionen Euro damit zunächst dem Gesamthaushalt.

Die Bahn verfehlte mit einem Betriebsergebnis von rund 2,2 Milliarden Euro ihre Planzahlen von 2,9 Milliarden. Einbrüche gab es in allen Sparten, vor allem jedoch im Güterverkehr, der unter der schwachen Konjunktur in Europa litt, wie aus den Unterlagen hervorgeht. Der Schienengüterverkehr in Deutschland schrieb wieder rote Zahlen. Auch höhere Lohnabschlüsse und mehr Personaleinstellungen belasteten das Ergebnis. Der Konzern wollte sich nicht zu den Zahlen äußern und verwies auf die Bilanzpressekonferenz Ende März.

Immerhin: Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte der Vorstand bereits die Annahme für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf rund 2,2 Milliarden Euro gesenkt. Diesen Wert erreichte die Deutsche Bahn auch. Allerdings drückten Sondereffekte den Nettogewinn des Staatskonzerns dann deutlich.

Zu den Sondereffekten zählen unter anderem Abschreibungen auf das Schienennetz und die Nahverkehrstochter Arriva. In dem Unternehmen hat der Konzern das Bus- und Bahngeschäft in 14 europäischen Ländern gebündelt. Auch die Kosten für das Hochwasser und seine Folgen – etwa die wochenlange Sperrung der Elbe-Brücke bei Stendal mit Zugumleitungen und -ausfällen – drückten den Gewinn. Insgesamt betrugen die Sondereffekte auf rund 380 Millionen Euro.

Damit betrug das unbereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern nur noch 1,77 Milliarden Euro. Zusammen mit Zinszahlungen des Konzerns von rund einer Milliarde Euro sowie Steuern von 200 Millionen Euro bleiben unter dem Strich so nur noch 650 Millionen Euro. Davon muss der Konzern die Dividende an den Bund zahlen. Deutliche Besserung ist auch im laufenden Jahr nicht recht in Sicht: So geht die Bahn den Konzernunterlagen zufolge von einem Betriebsgewinn in der Größenordnung des vergangenen Jahres aus.

Die verfehlten Gewinnziele werden wohl auch Konsequenzen für das Gehalt von Bahnchef Rüdiger Grube haben, das auch auf der Aufsichtsratssitzung Ende März auf der Tagesordnung steht. Grube wurde zwar 2012 im Zuge einer Vertragsverlängerung zugesagt, dass es steigen wird. Diese stieß aber bei einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern wegen der Gewinnentwicklung auf Kritik. Für 2012 bekam Grube nach altem Vertrag noch rund 2,6 Millionen Euro inklusive Boni. Letztere werden schon wegen des geringeren Gewinns im Jahr 2013 deutlich kleiner ausfallen.

Die Dividende gibt es erst seit 2010. Damals beschloss die schwarz-gelbe Bundesregierung, dass der Staatskonzern Bahn dem Bund als Eigentümer einen Teil seines Gewinns überweist. Für 2011 bis 2014 wurden zunächst jährlich 500 Millionen Euro eingeplant. Ein Jahr später beschloss der Bund, mehr Geld in das Netz zu stecken, und erhöhte im Gegenzug die Dividende für 2012 bis 2014 auf jeweils 525 Millionen Euro. Von 2015 an sollten jährlich 700 Millionen Euro fließen, hieß es damals.