Generationenwechsel

Ingvar Kamprads Söhne sind jetzt auch Ikea-Milliardäre

Das Möbelhaus in Stockholm ist das Flaggschiff von Ikea

Der blau-gelbe Koloss ist das größte der 349 Einrichtungshäuser und lockt Kunden mit einer Verkaufsfläche von 600.000 Quadratmetern – groß genug für zehn Fußballfelder. Der Riesenbau und das leuchtende Farbschema bilden einen Kontrast zu Ingvar Kamprad, Gründer des Unternehmens und reichster Mann Schwedens. Denn Kamprad gibt kaum Interviews, lebt bescheiden und scheut „schicke Autos, noble Titel, maßgeschneiderte Uniformen und andere Statussymbole”, die er in seinem Manifest für Ikea im Jahr 1976 kritisiert hatte.

Seine drei Söhne haben vom Vater nicht nur die Vorliebe für Privatsphäre übernommen: Sie haben noch nie ein Interview gegeben. Peter, Jonas und Mathias bekamen auch Anteile an der Ikano Group, die in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Immobilien, Versicherungen und Einzelhandel tätig ist und die das Trio zu Dollar-Milliardären gemacht hat. Den Brüdern, die alle in den Vierzigern sind, gehört die nicht börsennotierte Gesellschaft zu gleichen Teilen, wie eine Ikano-Sprecherin in einer E-Mail mitteilte. Das Unternehmen wird laut Bloomberg-Daten mit 3,3 Milliarden Dollar bewertet. Die Geschwister sind noch nie als Milliardäre in einer Rangliste vermögender Personen aufgetaucht. „Sie sind extrem anonym”, sagt Stellan Bjork, Mitautor des Buches „Ikea Heading for the Future” über den Möbeleinzelhändler und die Kamprad-Familie.

Ikano wurde 1988 gegründet und stellt nur einen kleinen Teil der Ikea-Gruppe dar, die in dem Jahr zum 31. August auf einen Umsatz von 28,5 Milliarden Euro kam. Ikano kontrolliert laut Firmenwebsite vier Ikea-Häuser in Südostasien, Immobilien im Wert von 2,2 Milliarden Dollar, eine Versicherungssparte und eine Kreditkartengesellschaft, das 2012 Transaktionen im Volumen von rund 6,7 Milliarden Dollar abgewickelt hat.

Jeder der Brüder ist Vorstandsmitglied in einem der drei Unternehmen, die die Ikea-Gruppe bilden. Im letzten Sommer wurde Mathias Kamprad zum Vorsitzenden der Inter Ikea Group ernannt. Der Schritt markiert den einsetzenden Generationenwechsel bei dem schwedischen Einzelhändler, während sich der Gründer, der Ende März 88 Jahre alt wird, aus den aktiven Rollen zurückzieht. „Ikea befindet sich inmitten eines Epochenwechsels”, sagt Autor Bjork.