Marktführer

Alles Banane: Chiquita kauft Sol für 526 Millionen Dollar

Auf dem Bananenmarkt entsteht eine neue Nummer eins: Das US-Unternehmen Chiquita kauft das irische Konkurrenzunternehmen Fyffes mit der Marke Sol für 526 Millionen Dollar (379 Millionen Euro).

Beide Konzerne gehören jetzt schon zu den fünf größten Bananenhändlern der Welt. Zusammen setzen sie 4,6 Milliarden Dollar um. Sollten die Kartellbehörden das Geschäft genehmigen, würde die Konzentration in einem ohnehin schon stark konzentrierten Markt weiter zunehmen.

Gemeinsam überholen die beiden Unternehmen nach Zahlen der Marktbeobachter von Bananalink.org mit 27 Prozent Weltmarktanteil knapp den US-Konzern Dole (26 Prozent), bisher Marktführer. Zusammen mit dem ebenfalls amerikanischen Konzern Del Monte und Noboa aus Ecuador beherrscht das Firmenquintett fast 80 Prozent des Weltmarkts.

Ob die Preise in den deutschen Supermärkten steigen, ist dennoch nicht sicher. Denn den Bananenkonzernen stehen ebenfalls große Abnehmer gegenüber, in Deutschland etwa die vier großen Gruppen um Edeka, Rewe, Aldi und Lidl. Bei ihnen werden sich die Lieferanten schwer tun, höhere Preise durchzusetzen, denn Bananen gelten – ebenso wie etwa Frischmilch – als typisches Produkt, an dem die Verbraucher die Preiswürdigkeit eines Ladens insgesamt bemessen. Die Handelsketten wissen um diese Signalwirkung und werden deshalb darum kämpfen, die Endverbraucherpreise niedrig zu halten.

Der Marktexperte Denis Loeillet hat die Endverbraucherpreise analysiert. Ergebnis: Auf die Lieferanten entfällt mit 43 Prozent der dickste Brocken. Rund 25 Prozent kassieren die Reifereien, gut 14 Prozent der Einzelhandel. Den Rest teilen sich Produzentenfirmen und Pflücker. In Deutschland sind Bananen nach Äpfeln das zweitbeliebteste Obst mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von im Schnitt etwa zwölf Kilo.