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Rolls-Royce investiert rund 300 Millionen Euro

Neues Prüfzentrum für Triebwerke in Dahlewitz

Bis Ende 2015 soll das neue Prüfzentrum für neuartige, leisere und verbrauchsärmere Triebwerke auf dem Werksgelände von Rolls-Royce in Dahlewitz (Kreis Teltow-Fläming) fertig sein. Am Mittwoch erfolgte der erste Spatenstich für das Projekt, das sich der britische Konzern und das Land Brandenburg zusammen 65 Millionen Euro kosten lassen. „Die geplanten Aktivitäten stehen in vollem Einklang mit unserer Strategie zur Förderung der Luftfahrtindustrie“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Brigitte Zypries (SPD). Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) lobte das Engagement der Briten in der Region als „Motor für Beschäftigung, Innovation und Wachstum“. Bis 2025 will der Konzern dann auf Grundlage der in Brandenburg gewonnen Erkenntnisse mit dem Bau der neuen Antriebsgeneration für Flugzeuge beginnen.

Bei Rolls-Royce tun sich die Manager noch schwer damit, die genaue Dimension der angestrebten Investitionen für den Standort bei Berlin zu beziffern. „Dass wir als Unternehmen noch mehr investieren, ist keine Frage“, sagte Karsten Mühlenfeld, Direktor Engeneering & Operations bei Rolls-Royce Deutschland. Genaue Zahlen seien aber noch nicht festgelegt, sagte der Chefentwickler. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) beschrieb dann den Umfang der Entwicklung in Dahlewitz. „Die Gesamtinvestition wird über 300 Millionen Euro betragen.“

Größer und leiser

Was Rolls-Royce in Brandenburg entwickeln möchte, könnte die Gestalt der Luftfahrzeuge verändern. Denn die neuen Triebwerke werden im Vergleich zu heutigen Maschinen einen erheblich größeren Ventilator vorne haben. Dieser wird sich langsamer drehen und schon so leiser arbeiten. Zudem wird erheblich mehr Luft um die eigentliche Turbine im Inneren herum strömen und so zusätzlich den Schall dämmen.

Insgesamt wird das Triebwerk so erheblich größer. „Sie hängen dann eventuell nicht mehr unter dem Flügel“, umriss Mühlenfeld die möglichen sichtbaren Veränderungen der neuen Technologie. Die Antriebe in die Flugzeuge zu integrieren, sei aber Sache der Hersteller.

Der Manager lobte das gute Angebot an Fachkräften und Ingenieuren in der Region, die Anziehungskraft Berlins, die vielen Hochschulen und die gute Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg. Erst im Dezember habe es die ersten Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium über die zwölf Millionen Euro Fördergeld für das neue Testzentrum gegeben, sagte Mühlenfeld. Jetzt wird bereits gebaut. Das sei „rekordverdächtig“ schnell, sagte Mühlenfeld. Bei diesem Tempo hielten andere Bundesländer nicht mit.