Fachkräftemangel

Web-Entwickler gesucht

79 Prozent aller Gründer finden nicht die richtigen Nachwuchstalente

Nicht nur Großkonzerne sind vom Fachkräftemangel betroffen, auch der stark wachsenden Start-up-Szene fehlt es an gut ausgebildetem Nachwuchs, so das Ergebnis einer Studie des Startup Institute. 79 Prozent der befragten Gründer haben Probleme damit, Stellen im eigenen Unternehmen mit den richtigen Talenten zu besetzen. 41 Prozent sehen in diesem personellen Engpass sogar einen möglichen Grund zum Scheitern. Das Startup Institute wurde im Jahr 2012 in Boston gegründet. Seine Programme werden in Boston, New York und Chicago angeboten und kommen nun mit Berlin und London auch nach Europa. In Berlin startet das erste Programm am 12. Mai. Die Kosten für die achtwöchigen Kurse belaufen sich auf 3150 US-Dollar (2300 Euro).

Knapp 25 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, schwerwiegende Probleme beim Recruiting für ihr Unternehmen zu haben, weitere 55 Prozent sehen bei sich ebenfalls leichte bis mittlere Schwierigkeiten bei der Personalfindung.

Probleme bei der Ausbildung des eigenen Personals wurden als Hauptursache für das Scheitern von Start-ups genannt: 41 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihren Teams an den nötigen Fähigkeiten und Erfahrungen fehle, um die eigenen Ideen umzusetzen, sie nicht effektiv zusammenarbeiten oder schlichtweg eine zentrale Position unbesetzt bleibe. Erst an zweiter Stelle für das Scheitern von Start-ups wurden mit 26 Prozent Lücken in der Finanzierung angeführt.

Bei der Suche nach Nachwuchskräften steht vor allem das Thema Webentwicklung auf Platz eins der Wunschliste von Gründern und Personalern: 38 Prozent gaben an, in diesem Bereich dringenden Bedarf zu haben. Generell ist die Nachfrage nach Technik-Spezialisten höher als für nicht-technische Positionen. 60 Prozent der befragten Start-ups gaben an, in nächster Zeit vor allem in diesem Bereich wachsen zu wollen. 40 Prozent möchten zeitnah Stellen im Business Development und Vertrieb besetzen.

Mit 61 Prozent gab die Mehrheit der Start-up-Gründer an, vor allem im eigenen Netzwerk oder über persönliche Empfehlung nach Bewerbern zu suchen. Lediglich 24 Prozent der Stellen werden über direkte Bewerbungen besetzt und sechs Prozent der Start-ups vertrauen auf die Dienste von Headhuntern. Immerhin acht Prozent der Gründer haben einmal das passende Talent über Social-Media-Kanäle gefunden.

Während die meisten Start-ups ein bis drei Monate benötigen, um eine Position zu besetzen, müssen 30 Prozent mehr als ein halbes Jahr nach dem passenden Bewerber suchen. In der schnelllebigen Start-up-Szene, in der der Zeitfaktor oft überlebenswichtig ist, können Personalengpässe dramatische Folgen haben.

Start-up Institute Gründer Aaron O’Hearn sieht in den Umfrageergebnissen ein Warnsignal für die gesamte Branche: „Es ist alarmierend zu sehen, dass sich Start-ups bei so einem zentralen Thema wie der Suche nach dem passenden Nachwuchs so schwertun.“