Ratgeber

Computer-Schrott richtig entsorgen

Vor dem Verschenken oder Recyceln unbedingt vertrauliche Daten sicher löschen

Die Deutschen haben Millionen ausrangierte Computer gehortet, berichtete jüngst der Branchenverband Bitkom. Er ruft dazu auf, sie zum Recycling zu geben oder zu verkaufen. Doch auf der Festplatte sind in der Regel noch alte vertrauliche Daten, vom intimen Urlaubsbild bis zu Arbeitsdokumenten. Die Entsorgung ist aber nicht sonderlich kompliziert.

Was mache ich mit meinem alten Computer?

Ist der Computer noch nicht allzu alt, kann er vielleicht noch über Internetplattformen wie Ebay oder Momox zu Geld gemacht werden oder aber beim Tausch- und Verschenkmarkt der Berliner Stadtreinigung (BSR) angeboten werden. Soll der Computer nur noch entsorgt werden, können Nutzer den Computer bei einem Recyclinghof der BSR abgeben. In normalen haushaltsüblichen Mengen ist das kostenlos. Auch einige Händler oder Hersteller nehmen alte Computer kostenlos zurück.

Wie lösche ich meine Daten auf dem Computer?

Wer seine technischen Geräte an Dritte weiterreicht, sollte sichergehen, dass alle Daten nicht nur gelöscht, sondern auch überschrieben sind. Sonst lassen sich auch vermeintlich gelöschte Daten von geübten Nutzern leicht wiederherstellen. Auch wenn man auf der eigenen Festplatte zumeist nur harmlosen Datenmüll vermutet: Vielfach schlummern noch Informationen in den Tiefen der Ordner, die man gerne für sich behalten möchte – zum Beispiel alte Steuererklärungen.

Wieso muss ich aktiv selbst löschen?

Festplatten funktionieren nach einem simplen Prinzip: Wird eine Datei gespeichert, weist der Computer der Datei einen bestimmten Speicherplatz zu und merkt sich, dass er dort nichts anderes speichern darf. Wenn der Nutzer bestimmte Dateien löscht, gibt der Computer den vorher blockierten Speicherplatz wieder für eine neu zu speichernde Datei frei. Entfernt sind die Dateien damit aber noch nicht, sondern erst dann, wenn sie durch neue Informationen überschrieben werden. Zudem werden Dateien beim Speichern in vielen Fragmenten auf der Festplatte verteilt. Oft reichen nur wenige dieser noch nicht überschriebenen Fragmente, um Dateien mit einer Wiederherstellungssoftware zu rekonstruieren.

Welche Mittel zum Säubern gibt es?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, spezielle Software zu nutzen, die kostenlos heruntergeladen werden kann. Gemeinsam ist diesen Programmen, dass sie die Festplatte mehrfach mit sinnlosen Informationen überschreiben. So bleiben die Geräte weiter nutzbar, doch keine der früheren Dateien lässt sich rekonstruieren. Zu den vom BSI empfohlenen Gratisprogrammen gehört „Eraser“, das etwa bei „Chip.de“ heruntergeladen werden kann. Dort gibt es auch die nützliche System-Optimierungssoftware „CCleaner“ mit Überschreibefunktion. Damit lassen sich auch externe Speicher und SD-Karten vollständig reinigen.

Was mache ich mit kaputten Endgeräten?

Auch wenn das Gerät auf den Elektroschrott soll, gibt es Mittel und Wege, alle Daten zu zerstören: Der IT-Verband Bitkom rät, den Datenträger zu schreddern. Möglich ist genauso, die PC-Festplatte in eine Plastiktüte zu stecken und dann mit einem Hammer draufzuhauen.

Was wird aus Daten in der Cloud?

Ob iCloud oder Dropbox: Daten wandern immer mehr ins Netz. Das ist zwar praktisch, weil sie dank Internet jederzeit verfügbar sind, doch geben die Nutzer auch die Kontrolle über ihre Daten ab. User müssen darauf vertrauen, dass der Service-Anbieter alles wie gewünscht von den Servern löscht. Umso wichtiger ist es, die allgemeinen Geschäftsbedingungen zu studieren. Zumal auch die Cloud-Betreiber die Accounts ihrer Kunden unter bestimmten Bedingungen löschen können – Daten inklusive.